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Ratingen
Im Kreis fehlen Rettungswagen

Ratingen. In den Städten steigen die Einsatzzahlen der Rettungsdienste. Nun soll der Bedarfsplan angepasst werden. Von Dirk Neubauer

Wenn es um Rettungswagen geht, blinkt ein rotes Alarmlicht beim Kreis. Die momentane Ausstattung in den meisten der zehn Städte ist zu knapp. Das geht nach Informationen unserer Redaktion aus der soeben fertiggestellten Fortschreibung des "Rettungsdienstbedarfsplans" hervor, die die Kreisverwaltung den Politikern nach den Sommerferien vorlegen wird. Erst nach einem Kreistagsvotum können die Verhandlungen mit den Krankenkassen als Kostenträgern beginnen. In Ratingen stieg die Zahl der Rettungsdiensteinsätze um real 20 Prozent. Wegen der Integration des Rettungsdienstes in Heiligenhaus sogar um 30 Prozent.

Diese Zahlen aus dem Rettungsdienst führte im vergangenen Jahr in Ratingen 18.859 Einsätzen zu einem neuen Höchststand der Einsatzzahlen. Schon im Jahr 2014 hatte Wehrchef René Schubert einen Höchststand verzeichnet. "Der Anstieg um 20 Prozent ist immer noch immens", so Schubert bei der Vorstellung des Jahresberichtes für 2015. Ursächlich sei neben dem demografischen Wandel und vermehrten Sekundärverlegungen zwischen spezialisierten Krankenhäusern der Bevölkerungszuwachs durch die in Ratingen und Heiligenhaus aufgenommenen Flüchtlinge und die sinkende Hemmschwelle der Bürger, auch für Bagatellen den Rettungsdienst anzufordern.

Zuletzt hatte auch der Leiter der Feuerwehr- und Rettungswache Monheim, Hartmut Baur, sehr deutlich auf die Zunahme der Einsätze um rund 13 Prozent in seinem Zuständigkeitsgebiet hingewiesen. Bei der Vorlage des Jahresberichts 2015 sagte Baur: "Als Träger des Rettungsdienstes obliegt es dem Kreis, diesbezüglich Abhilfe zu schaffen." Darauf warten wollten die Monheimer nicht - und haben deshalb schon jetzt einen zweiten Rettungswagen in die 24-Stunden-Bereitschaft genommen. Falls beide Fahrzeuge unterwegs sind, schickt die Monheimer Wache einen Feuerwehrwagen mit Blaulicht und Sirene zum Rettungseinsatz. Alle Feuerwehrleute sind in Erster Hilfe geschult, viele als Notfallsanitäter ausgebildet. Sie überbrücken die Zeit bis zum Eintreffen eines Notarztes.

Es gebe in einer alternden Gesellschaft Gründe, schneller und öfter als früher einen Rettungswagen (RTW) zu bemühen, so Thomas Jarzombek, Leiter des Rechts- und Ordnungsamtes bei der Kreisverwaltung, und damit auch zuständig für die Rettungsdienste. "Deshalb haben wir mit Hochdruck an einer Fortschreibung des Rettungsdienstplans gearbeitet", sagt Jarzombek. Die Anschaffung zusätzlicher Fahrzeuge - Stückpreis rund eine Viertelmillion Euro - und die Einstellung geschulten Personals sei keine Gretchenfrage für arme oder reiche Städte des Kreises. "Natürlich müssen die Städte bei der Anschaffung in Vorleistung gehen, aber dann sollte sich der Betrieb über die Gebühren amortisieren." Weil die Krankenkassen darauf bedacht sind, nicht zu viel zahlen zu müssen, können Verhandlungen zwischen Städten, die einen Bedarf geltend machen, und Kostenträgern, einige Zeit in Anspruch nehmen. Der Kreis hat ein Gutachten erstellen lassen, das helfen soll, die Rettungswagen-Lücke zu schließen. In Ratingen profitieren besonders Höseler und Homberger von der Kooperation mit Heiligenhaus: Die Rettungswagen sind nun in der Regel viel früher am Einsatzort. Bisher brauchten die RTW zum Teil deutlich länger als die vorgeschriebenen acht Minuten Einsatzfahrt.

Quelle: RP
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