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Heiligenhaus
Im Museum ist schon Heiligabend

Heiligenhaus. "Unterm Weihnachtsbaum" heißt die Ausstellung, die am ersten Novemberwochenende eröffnet wird. Von Paul Köhnes

Der November gerät terminmäßig zum Feiermonat. So gibt es am Martinsmarkt-Wochenende gleich noch eine weitere Gelegenheit, Herbstprogramm in der Stadt zu genießen. Am Samstag, 5. November und am Sonntag, 6. November heißt es wieder Trödelmarkt bei Nacht und Tag im Museum Abtsküche.

Los geht es am Samstag von 18 Uhr bis Mitternacht mit dem Nachtflohmarkt, bei dem wieder das Licht ausgeschaltet und die Kerzen angezündet werden. In dieser reizvollen Atmosphäre wird es auch diesmal eine Menge zu entdecken geben. Angefangen von den handgefertigten und funktionstüchtigen Dampfmaschinen aus einer Sammlungsauflösung, die mit allen Bauplänen und Fachliteratur ausgestattet ist. Darüber hinaus altes Spielzeug aus verschiedenen Epochen, die so manchen in die Kindheit zurückversetzen. Auf den Tischen präsentieren sich auch alte Schätze aus vergangener Zeit die mal skurril und erlesen, glänzend und glitzernd, bekannt und unbekannt, daher kommen. Tipp der Organisatoren: "Um 20 Uhr sollte jeder vor Ort sein, der das Highlight des Nachtflohmarktes nicht verpassen will - die große Versteigerung. Hierbei wird Kustos Reinhard Schneider wieder charmant und amüsant so einiges unter den Hammer bringen."

Kustos Schneider selbst steckt ebenfalls tief in der Arbeit, deren Ergebnisse dann allerdings am hellen Tag darauf zu sehen sein wird. Am Sonntag 11 bis 17 Uhr geht es zum einen weiter mit der Trödelleidenschaft. Zum anderen sollte man sich die neue Sonderausstellung "Unterm Weihnachtsbaum" nicht entgehen lassen. Parallel zum Markt beginnt diese vom 5. November bis 19. Februar 2017 und lädt ein zu einer Zeitreise zum Heiligabend der vergangenen Jahre. Denn im Mittelpunkt steht dabei der Weihnachtsbaum oder genauer gesagt das, was an Heiligabend unterm Baum lag: Die Geschenke für die Kinder.

Der Weihnachtsbaum (auch Christbaum oder Tannenbaum) ist seit langem Mittelpunkt familiärer Weihnachtsfeiern zum Fest der Geburt Christi (nicht nur) im deutschsprachigen Raum. "Woher diese Tradition stammt, lässt sich allerdings nicht eindeutig belegen", so das vorweihnachtliche Rätsel für Kustos Schneider. Als Gaben tragender Baum außerhalb des kirchlichen Bereiches ist er erstmals im 16. Jahrhundert in den Zunfthäusern der Handwerker und später auch bei den Weihnachtsfeiern des Adels zu finden.

Seit dem 18. Jahrhundert übernehmen dann auch Teile des gehobenen Bürgertums den Weihnachtsbaum als Teil der Weihnachtsfeier in ihren "Guten Stuben". Bedeutsamster Augenblick dieser Feier war, zumindest aus Sicht der Kinder, die Bescherung.

"Die Ausstellung zeigt vergrößerte historische Fotografien aus dem Museumsarchiv, auf denen Bescherungen seit 1900 bis in die 1950er Jahre im Familienkreis zu sehen sind", kündigt Schneider an. Kinder und Eltern, gruppiert um den geschmückten Tannenbaum inmitten der Weihnachtsgeschenke - die je nach Einkommen und Epoche mal reichlich und mal eher spärlich ausfielen. Schneider hat dabei den reizvollen Versuch gemacht, in den Vitrinen vor den vergrößerten Fotos die darauf abgebildeten Geschenke nachzustellen.

Quelle: RP
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