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Ratingen
In dieser Welt ist noch alles in Ordnung

Ratingen: In dieser Welt ist noch alles in Ordnung
Viel Zeit zum Klönen gab es bei der 70-Jahr-Feier des Siedlervereins Ratingen 1947 auf der Straßburger Straße. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Es ist eine kleine Zeitreise in eine Welt, in der noch die Gemeinschaft zählt. Eine Zeitreise in eine Welt, in der sich Nachbarn gerne helfen und nicht in Anonymität leben. Gibt es nicht? Gibt es doch - jeder, der das Straßenfest zum 70. Geburtstag des Siedlervereins Ratingen 1947 an der Straßburger Straße besuchte, erlebte genau das. Eine funktionierende Nachbarschaft, die miteinander feiert.

Und das über mehrere Generationen hinweg, denn zwischen dem jüngsten und dem ältesten Bewohner der Siedlung liegt nicht weniger als ein Jahrhundert. "Wir sind mittlerweile ein Siedlerverein, in dem alle ihren Platz haben - von vier Monaten bis zu 103 Jahren", so Rosa-Kaleja, die den Verein als Vorsitzende führt. Das Fest war dann dementsprechend auch eine Veranstaltung für jedes Alter.

Während die Kleinsten Spaß am Spielmobil Felix und all seinen Attraktionen hatten oder gebannt das extra aufgebaute Puppentheater verfolgten, saßen die Erwachsenen gemütlich zusammen, schwelgten in Erinnerungen oder beobachteten das Fest. Und da hier alle miteinander feierten, gab es auch jede Menge Kuchenspenden aus der Nachbarschaft.

Entstanden ist der Verein aus den Wirren der Nachkriegszeit, als die Firma Zapp Grundstücke an Menschen abgab, die versprachen, dort ein Haus mit Einliegerwohnung zu errichten, um so möglichst vielen obdachlosen Menschen ein neues Zuhause zu geben. Mindestens 2500 Arbeitsstunden musste jedes neue Mitglied des Siedlervereins leisten, der sich daraus entwickelte. Fast vier Jahren dauerte es damals, bis die ersten Häuser standen.

Heute sind es mittlerweile 90. Und so mancher der fleißigen Menschen aus der schwierigen Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg ist auch noch heute Teil dieser funktionierenden Nachbarschaft - und voll in den Alltag und auch die große Geburtstagsfeier integriert, bei der es bis in den späten Abend rund ging.

Am Abend dann gab es nämlich einen musikalischen Abschluss mit den Gruppen Wilder Weizen und S.A.C.K. - Grund zum Feiern hatten die vielen Nachbarn schließlich genug.

(wol)
 
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