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Ratingen
In tropfnassen Kostümen auf der Bühne

Ratingen. Das "Dschungelbuch" bringt vor allem Balu, Baghira & Co. ins Schwitzen. Den kühlen Kopf behalten sie durch Tricks. Von Valeska von Dolega

Bei der Premiere im frühlingshaften Mai kamen die "Dschungelbuch"-Bewohner ordentlich ins Schwitzen, weil das nun mal dem Lampenfieber vor der ersten Aufführung geschuldet ist. In den vergangenen Tagen war es Hoch "Annelie", das dafür sorgte, dass es heiß herging. "Da hilft nur Disziplin", weiß Tanja Bockelkamp.

Auch in dieser Saison ist die Spielleiterin für Organisation und reibungslosen Ablauf hinter den Kulissen zuständig. Damit alle in Spiellaune bleiben, schafft sie diesmal besonders viele Erfrischungen heran. Ihr Resümee nach absolvierten 21 Vorstellungen ist positiv. "Dem Wetter geschuldet" sind am "superheißen" vergangenen Samstag ein paar Zuschauer weniger als erwartet am Blauen See gewesen. Ebenso verhielt es sich Sonntag, da waren einige offensichtlich aus Furcht vor dem massiven Gewitter zu Hause geblieben. "Dabei sitzt man unter der riesigen Tribüne bestens geschützt." Das Dach lässt weder Sonne noch Regen an die Zuschauer.

Die übrigens scheinen bislang von der Darbietung auf der Naturbühne inmitten der malerischen Kulisse angetan zu sein. Zu Beginn des Stücks gibt es manchmal lange Gesichter, denn es sind nicht die aus der Disney-Verfilmung bekannten Songs, die interpretiert werden. "Bei dem Lied der Schlange Kaa sind die Leute noch skeptisch", dann allerdings zieht die Frühpatrouille der Elefanten mit Colonel Hathi vorbei, "ein schöner Marsch", mitklatschkompatibel sowieso. Und spätestens bei Balus "Was man braucht, ist Gemütlichkeit" (im Original "Probier's mal mit Gemütlichkeit") sind Kinder und deren Begleiter entzückt.

"Bislang haben wir in den sozialen Netzwerken nur gute Kommentare bekommen." Ganz besonders freut das Lob die acht Schauspieler, die sich in puschlig-warmen Ganzkörperkostümen sprichwörtlich einen Wolf schwitzen. Auf einer Bühne, auf der mitunter Spitzenwerte von 45 Grad gemessen wurden. Hauptperson Mogli (Jan-Philip Hilger) ist fein raus, Mogli spielt oben ohne und hüpft in Lendenschurz durch die Geschichte. Auch bei den Affen ist trotz der haarigen Kostüme alles halb so schlimm, sie sorgen nämlich mit einer Wasserschlacht einerseits für johlendes Gelächter im Publikum - und kühlen sich ab. "Aber echt arm dran ist Baghira (Victoria Wiese)", bei ihr sorgen vom Scheitel bis zur Sohle Materialien aus Samt für ein edles Ansehen - und Spitzentemperaturen. Auch Balu (Robert Heinerle) trägt ein sibirien-taugliches Outfit.

"Da helfen nur literweise Wasser." Und zwar als Durstlöscher zum direkten Verzehr. Aber ebenso, um immer wieder Tücher und Stoffbahnen darin abzukühlen, die sich die Darsteller dann um Hals und Handgelenke wickeln. "Wer kann, tritt in einem komplett nassen Kostüm auf."

Dazu wird schon mal beherzt ein Eimer des erfrischenden Nass' über Kopf und Körper gekippt. Eingeschränkt wird diese Kühlmaßnahme allerdings von den technischen Gegebenheiten - für die optimale Akustik sind die Mitglieder des Ensembles mit drahtlosen Mikrofonen verkabelt. Aber das, weiß Spielleiterin Bockelkamp, ist eben auch Schauspielkunst, bei egal welchen Bedingungen Qualität abzuliefern.

Quelle: RP
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