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Herbert Reul in Ratingen
Innenminister kommt gern nach Hösel

Herbert Reul in Ratingen: Innenminister kommt gern nach Hösel
Innenminister Herbert Reul (Daumen hoch) traf in Hösel gute Bekannte wieder, links neben ihm der ehemalige CDU Landtagsangeordnete Wilhelm Droste und Staatssekretär Jan Heinisch (2.v.r.). FOTO: Achim Blazy
Hösel. Herbert Reul hat am Freitagabend im Haus Oberschlesien in Ratingen zum Thema Sicherheit gesprochen. Bürger konnten Fragen stellen. Von Marita Jüngst

Schon im vergangenen Jahr hatten Peter Thomas, Vorsitzender der CDU Hösel-Eggerscheidt, und Patrick Anders vom Stadtverband im NRW Innenministerium angefragt, ob Herbert Reul in Hösel zum Thema Innere Sicherheit sprechen könnte. Während die Ratinger CDU Politiker hofften, stand von seiten Reuls dem Besuch nie etwas entgegen. "Das war gar keine Frage, es war klar und selbstverständlich, dass ich komme", erklärte er Freitagsabend im gut besuchten Haus Oberschlesien in Hösel.

Herbert Reul kennt Hösel schließlich noch aus seiner Zeit als Europaabgeordneter, als er zu verschiedenen Treffen mit seinem Parteikollegen und ehemaligen Landtagsabgeordneten Wilhelm Droste ins Café in den Stadtteil kam. Nun, in größerem Rahmen, stand das Thema "Sicherheit" nicht nur im Mittelpunkt des Vortrags und der anschließenden Fragerunde, sondern auch ganz praktisch im Raum. Personenschützer hatten sich schon vor dem Eintreffen des Ministers die Räume angeschaut. Sie blieben den ganzen Abend über im Votragssaal. Am Eingang zum Haus Oberschlesien gab es zudem Polizeipräsenz. "Die sehen das Ganze aber ganz entspannt", sagte Peter Thomas.

Und auch Herbert Reul wirkte so entspannt wie bei einem Besuch bei guten Freunden. Gut eine Stunde lang erklärte er den Besuchern, wie er es schaffen will, in den nächsten Jahren deutlich mehr Polizisten einzustellen, die Ausrüstung der Beamten zu verbessern und die technischen Voraussetzungen der digitalen Zeit anzupassen. Er sagte aber auch: "So etwas wie 100-prozentige Sicherheit gibt es nicht und keine einfachen Lösungen". Und er widersprach all denen, die glauben, schnelle Lösungen anbieten zu können. "Es gibt kein Simsalabim, das gibt es nur im Märchen."

Reul appellierte zudem an die Zuhörer, selbst für ihre Sicherheit zu sorgen, beispielsweise beim Einbruchschutz. Zu diesem Thema konnte er aus eigener Erfahrung berichten. "Vor 20, 25 Jahren wurde bei mir eingebrochen und die Uhr meines Großvaters gestohlen", erzählte er. Mit besser gesicherten Fenstern wäre dies nicht passiert, "denn 80 bis 90 Prozent der Einbrecher kommen durchs Fenster". Auch zum Thema Taschendiebstahl konnte Reul aus eigenem Leid berichten. Beim Cafébesuch auf der Düsseldorfer Kö gelang es einem geschickten Dieb, das Geld aus Reuls Geldbörse zu ziehen. "Seitdem trage ich das Portemonnaie immer in der Hosentasche."

Nach rund einer Stunde hatten dann die Besucher im Saal das Wort. Ob er sagen könne, wann der seit Jahren in Hösel beschäftigte Wachdienst nicht mehr benötigt würde, wurde Reul gefragt. "Das kann ich nicht sagen, aber auch nicht, ob er derzeit nötig ist." Einfache Antworten hatte Reul nämlich nicht parat. Auch nicht auf die Frage einer Besucherin, ob die durch die Region verlaufende CO-Pipeline angesichts vergangener Terroranschläge eine nicht einzuschätzende Gefahrenquelle darstelle und besser gesichert werden müsse. "Das ist keine einfache Sache, ich kann es nicht sagen", erklärte Reul.

Den Dank der Ratinger CDU für seine Zeit wollte Reul nicht annehmen. "Das ist mein Job. Ich bin nicht dazu da, um in Düsseldorf Däumchen zu drehen".

Quelle: RP
 
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