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Heiligenhaus
Jeden Tag sicher unterwegs im Schulbus

Heiligenhaus: Jeden Tag sicher unterwegs im Schulbus
FOTO: Janicki, Dietrich (jd-)
Heiligenhaus. Fünftklässler der Gesamtschule wissen, wie es geht. Dafür bekommen sie den "Mobi-Pass" von der Polizei. Von Sandra Kreilmann

2010 erschütterte ein Unfall an der Bushaltestelle vor der Realschule am Nordring die Stadt. Nachdem er aus dem Bus ausgestiegen war, lief ein 13-jähriger Schüler hier direkt über die Straße und wurde von einem Auto erfasst.

Nach Zeugenaussagen war die Fahrerin langsamer unterwegs als die erlaubten 30 Stundenkilometer, trotzdem erlitt der Schüler schwere Verletzungen im Becken- und Brustbereich. "Der komplett dunkel gekleidete Junge trat in der Dämmerung und unmittelbar hinter dem Bus auf die Fahrbahn, um diese, ohne auf den fließenden Verkehr zu achten, eiligst in Richtung Schulgelände zu überqueren", hieß es damals in der Polizeimeldung.

Eben diese Meldung hörten gestern auch die Schüler der 5a der Gesamtschule; sie ist ein Teil der "Busschule". Sie ist das letzte Element der Verkehrsprävention, die im Kreis mit dem "Mobi-Pass", dem Mobilitäts-Pass, absolviert wird.

Die Aktion der Kreispolizei erfolgt dabei in drei Schritten: Das Fußgänger-Training für Kinder im Alter von Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren in Kindertageseinrichtungen, Radfahr-Training für Grundschulkinder im Alter von sieben bis zehn Jahren, und das Finale ist schließlich die Busschule für die Kinder an den weiterführenden Schulen im Alter von elf bis 14 Jahren. "Es geht dabei nicht nur um das Verhalten an der Bushaltestelle, sondern auch im Bus", erklärt Polizeihauptkommissar Detlef Friese. Gemeinsam mit Polizeihauptkommissarin Saskia Pletsch nahm er die Schüler gestern an die Hand und zeigte ihnen ganz praktisch, worauf man an einer Bushaltestelle und im Bus achten sollte.

Im Unterricht wird das Thema vor- und nachbereitet. Trainiert wird an der Bushaltestelle "Dorfkrug" in der Wassermangel. "Wir haben vorher am Südring geübt, aber durch die zweispurige Straße herrschte dort so ein Lärm, dass es für die Schüler schwierig war, uns zuzuhören. Hier an der Röntgenstraße ist kein Durchgangsverkehr und wir haben die Möglichkeit, denn Schülern viel mehr zu zeigen." Zum Beispiel, warum man nicht am Rande des Bordsteins stehen sollte. Wenn der Bus dort eine Kurve fährt, "hängt" ein Teil des Busses über dem Bordstein, wer zu nah am Rand steht, der läuft Gefahr, von dem großen Gefährt mitgerissen zu werden. Generell gäbe es wenig Unfälle mit Busbeteiligung, sagt Friese, trotzdem bleibt die Verkehrsprävention in den Altersstufen wichtig. Die Tipps der Polizisten: "An immer mehr Bushaltestellen gibt es weiße Linien, die sind nicht nur für Blinde hilfreich. Wer dahinter steht, steht sicher. Auch getobt wird an einer Bushaltestelle nicht. Und: Niemals hinter oder vor dem Bus über die Straße laufen!" Die 5a bekommt von Polizistin Pletsch ein Lob: "Die Schüler sind interessiert und hören gut zu. Das ist wichtig." Sie erzählen von eigenen Erfahrungen im Straßenverkehr und stellen viele Fragen: Ob es zum Beispiel dem Jungen, der am Nordring angefahren wurde, besser ginge und er laufen könne, beschäftigt die Schüler. Pletsch kann beruhigen, doch die Warnung kommt bei den Schülern an.

Quelle: RP
 
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