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Ratingen
Jetzt raus mit den alten Fenstern

Ratingen. Energieberaterin Susanne Berger macht auf die enormen Wärmverluste alter Technik hin.

Mittelalterliche Bleiglasfenster oder die Originalfenster alter Fachwerkhäusern sind nicht gerade Energiesparmodelle - das wird kaum jemanden überraschen. Doch auch manche Exemplare mit Kunststoffrahmen und Doppelverglasung tragen bereits historische Züge, wie Energieberaterin Susanne Berger von der Verbraucherzentrale NRW erklärt.

"Unbeschichtete Isolierglasfenster aus den frühen 1990er Jahren sind schon energetische Oldtimer", sagt sie. "Die Technik dieser Fenster entspringt einer Zeit, in der noch reichlich VW-Käfer unterwegs waren, Elvis' letzte Single im Radio lief und fast alle Telefone Wählscheiben hatten: Es gab sie schon 1977."

Damals trat die erste Wärmeschutzverordnung in Kraft. Sie schrieb erstmals vor, wie viel Wärme durch neue Fenster entweichen darf. Erst 1995 wurde diese Vorgabe deutlich verschärft - und danach noch mehrfach. "Die heute erlaubten Grenzwerte sind viel niedriger. Der Verlust darf nicht einmal halb so hoch sein wie 1994", so Berger. Technisch möglich wurden die geringeren Verluste unter anderem durch eine Metallbedampfung der Scheiben. Diese Wärmeschutzverglasung ist im Neubau längst Standard und kann die aktuellen Grenzwerte sogar noch deutlich unterschreiten. Bislang ist Berger zufolge aber nur gut jedes zweite Fenster in Deutschland mit Wärmeschutzglas ausgestattet.

Für fast alle, die noch Scheiben aus der Zeit vor 1995 haben, sei eine Modernisierung empfehlenswert, sagt Berger. Neue Fenster oder zumindest neue Gläser sparten nicht nur Heizkosten, sondern machten auch winterliche Aufenthalte in Fensternähe viel angenehmer. "Die Innenfläche ist bei Wärmeschutzverglasung einfach wärmer", erklärt sie.

Für alle, die ihre Verglasung nicht kennen, verrät die Expertin einen Trick: "Einfach im Dunkeln ein Feuerzeug vor die Scheibe halten und auf die Spiegelungen der Flamme achten. Bei Wärmeschutzverglasung ist mindestens ein Spiegelbild anders gefärbt als die restlichen." Mehr Tests zur energetischen Fitness der Fenster gibt es unter www.verbraucherzentrale.nrw/fenster. Bei einer Modernisierung können neben dem Wärmeschutz auch viele weitere Eigenschaften des Fensters verbessert werden, betont Berger: "Hitze-, Lärm- und Einbruchschutz, Bedienkomfort und Barrierefreiheit sind einige wichtige Punkte."

Unterschiedliche Ansprüche in diesen Bereichen machten das passende Fenster zu einer individuellen Angelegenheit. Zudem müssten Rahmen und Glas immer gut auf den Rest des Hauses abgestimmt und fachgerecht eingebaut werden. Sonst könnten sie ihre Wirkung nicht richtig entfalten. Unabhängige Unterstützung bei Überlegungen zur Fenstermodernisierung gibt es bei der Energieberatung der Verbraucherzentrale NRW - direkt im Haus, um das es geht, telefonisch in der Energieberatungsstelle Ratingen unter 02102/1017890 oder per Mail an ratingen.energie@verbraucherzentrale.nrw .

Termine für die Beratung können ebenfalls unter 0211 / 33 996 555 und unter www.verbraucherzentrale.nrw/energieberatung gebucht werden.

(RP/JoPr)
 
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