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Ratingen
Johannes-Evangelium in Wort und Klang erleben

Ratingen. Ansgar Wallenhorst, Kantor von St. Peter und Paul am Markt, lädt zu literarisch-musikalischen Abenden ein. Von Valeska von Dolega

Ansgar Wallenhorst ist ein umtriebiger Mann. Und als solcher überlegt sich der Kantor von St. Peter und Paul immer neue klangvolle Überraschungen. Jetzt hat er das Johannes-Evangelium ins Programm gebracht. An sechs Abenden soll es literarisch-musikalisch zu erleben sein, nächster Termin ist am Montag, 29. Februar.

Die Idee ist: "Ein Buch der Bibel als Ganzes zu erfahren - nicht nur in Ausschnitten", erklärt er das Konzept. In seiner Zeit an St. Mauritz in Münster war er so mit den Büchern Rut, Tobit, Prophetenbüchern und im Rahmen einer Kunstinstallation bereits mit dem Markus-Evangelium verfahren. Jahrelang schwirrte der Gedanke, das Johannes-Evangelium "ganz schlicht" vorzustellen, durch seinen Kopf. Nun ist es so weit. "Es ist ein Angebot an alle, die 40 Tage der österlichen Bußzeit zu nutzen, um den bildhaften Jesu des Johannes-Evangeliums und seine Kernbotschaft vom Leben in Fülle tiefer kennenzulernen. Die Musik möchte dabei helfen."

Anders als die drei sogenannten Synoptiker Markus, Lukas und Matthäus, die sich aus gleichen Quellen speisen, spricht Johannes in Bildern. "Es ist weniger geschichtlicher Abriss des Lebens Jesu und beinhaltet weniger Gleichnisreden Jesu, sondern geht der Frage nach: Wer ist dieser Jesus?", erklärt der Kantor. Bildworte wie "Ich bin das Licht der Welt" rufen nach musikalischem Kommentar, ebenso Erzählungen wie die der Auferweckung des Lazarus. Viele Streit- und Lehrgespräche erfordern Pausen zum Nachmeditieren. Die langen Abschiedsreden sind poetische Annäherungen an das, was "Herrlichkeit" bedeutet.

Als Organist übernimmt Ansgar Wallenhorst die Rolle des Kommentators. "Auf einer anderen als der textlichen Ebene versuche ich, in Improvisationen eine Unterbrechung zu bieten, die den Text nicht wie Filmmusik paraphrasierend illustriert, sondern meditiert", macht er Appetit. Die musikalischen Kommentare sind ein kreisendes sich Vertiefen und Anschmiegen an den Text. Dafür wird improvisiert. "Dazu bieten die Orgeln in St. Peter und Paul - seit Weihnachten haben wir ja ein Chorwerk hinter dem Hochaltar - inspirierende Klänge." Weiteren Wohlklang verspricht allabendlich ein anderer Leser. "Als Sprecher habe ich ein Team von erfahrenen Lektoren aus unserer Gemeinde", zählt er Martina Heintzenberg, Barbara Huch, Angela Leineweber, Christel Lueb-Pietron und Lutz Berger auf. Sie werden je einen Abend lesen, "so dass man sich gut auf den Duktus eines Sprechers einlassen kann". Die Texte beginnen mit dem Prolog "Im Anfang war das Wort" und enden mit den Abschiedsreden Jesu im Abendmahlssaal. Die Passion folgt an Karfreitag in der Liturgie. Am letzten Montag nach Ostern werden die österlichen Begegnungen in am leeren Grab, in Jerusalem und am See von Galiläa vortragen.

Quelle: RP
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