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Sebastian Leœniewski Und Zdeòka Ondøichová
Jubiläum dreht sich um die Eisenbahn

Sebastian Leœniewski Und Zdeòka Ondøichová: Jubiläum dreht sich um die Eisenbahn
Sebastian Leœniewski und Zdeòka Ondøichová freuen sich über die vielfältigen Aufgaben im Oberschlesischen Landesmuseum in Hösel. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Zwei Volontäre erzählen von ihren spannenden Aufgaben im Oberschlesischen Landesmuseum (OSLM) in Hösel.

HÖSEL Sebastian Leœniewski absolviert während seiner Ausbildung als erster in Schlesien geborener, aufgewachsener und ausgebildeter Schlesier polnischer Nationalität ein Wissenschaftliches Volontariat beim Oberschlesischen Landesmuseum (OSLM). Und mit ihm begann Zdeòka Ondøichová, geboren im nordböhmischen Gablonz, ebenfalls im Mai in Hösel ihr Volontariat. Sie hatte schon am Gymnasium in Tannwald ihre Vorliebe für Fremdsprachen entwickelt, ging zum Deutsch- und Englischstudium an die Universität Königgrätz, an die Karlsuniversität nach Prag sowie zur Westfälischen Wilhelms-Universität nach Münster. Dort erreichte sie mit dem Schwerpunkt Buchwissenschaft 2015 ihren Masterabschluss.

Sebastian Leœniewski, wo haben Sie Deutsch gelernt, wie führte Ihr Weg ins OSLM?

Sebastian Leœniewski: Unter anderem beim Freiwilligen Sozialen Jahr in der Denkmalpflege der Jugendbauhütte der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Stralsund, 2012/2013 beim Europäischen Freiwilligen Dienst in den Museen der Stadt Aschaffenburg sowie beim phanTECHNIKUM in Wismar. Nach einer zweijährigen Etappe in Hamburg im Bereich Werbung, Marketing und Verkauf habe ich mich wieder auf die museale Laufbahn konzentriert und erhielt das Volontariat in Ratingen. Jetzt bin ich, genau wie Zdeòka, 29 Jahre alt und arbeite mit ihr vornehmlich am Projekt der Jubiläumsausstellung im kommenden Jahr: "175 Jahre schlesische Eisenbahnen" (ab 2. April 2017).

Zdeòka Ondøichová, Sie und Ihr Kollege haben beide nach einer breit gefächerten Vorbildung nun die Jubiläumsausstellung vor sich, die sich um die Eisenbahn dreht. Welche Aufgaben werden Sie übernehmen?

Zdeòka Ondøichová: Besonders schön für mich ist dieses Vorhaben, weil mein Vater Lokführer ist - ich bin also schon von Haus aus "vorgebildet". Wir beschäftigen uns hier im Haus unter anderem mit gezielter Exponatsuche. Als Volontäre haben wir die wunderbare Chance, bei verschiedenen Museumstätigkeiten mitzuwirken - bei wissenschaftlicher Recherche, Kontaktaufnahme mit Institutionen und Sammlern, Museumspädagogik, Inventarisierung und Katalogisierung, Führungen, Ausstellungsarbeiten oder Transport von Exponaten. Bei einer vorbereitenden Reise konnte ich sechs der insgesamt 13 Kooperationspartner des Ratinger Museums kennenlernen.

Museumsleiter Dr. Stephan Kaiser nutzt bei der Beschäftigung von Volontären deren Kontakte zur deutschen Kultur und Geschichte im östlichen Europa, er schätzt polnische oder tschechische Sprachkenntnisse und weiß, dass die Absolventen in der Regel attraktive Anschluss-Jobs finden. Wie stellen Sie beide sich das vor?

Ondøichová und Leœniewski: Soweit wollen wir noch gar nicht denken. Erst einmal sind wir froh über unser Volontariat und die wirklich großzügigen Möglichkeiten, die das OSLM generell für die Arbeit bietet. Und dann haben wir natürlich eine Menge zu erledigen und zu arbeiten - was uns großen Spaß macht.

Zdeòka Ondøichová, was haben sie denn grundsätzlich als Volontärin hier im Museum zu tun?

Ondøichová: Ich arbeite in allen Bereichen der musealen Arbeit. Dazu gehört die komplexe Inventarisierung eines umfangreichen Neubestandes an Bunzlauer Keramik. Identifizierung, Beschreibung, fotografische Dokumentation und Sicherstellen eines materiellen Objektes verbinden sich mit dem Kennenlernen des "Immateriellen", nämlich der schlesischen Kultur und Geschichte, an der Deutsche, Polen und Tschechen Anteil haben.

Gibt es - außer dem zentralen Thema der Eisenbahnausstellung - etwas an Ihrem neuen Einsatzort, auf das Sie sich freuen; haben Sie auch schon Freunde gefunden? Wie nehmen Sie den Besuch im Museum wahr?

Leœniewski: Ich bin noch nicht so lange hier und wohne in Düsseldorf - ich lerne täglich erst mal die hiesigen Eisenbahnen kennen.

Ondøichová: Ich bin schon seit fünf Jahren hier und lebe in Essen - da konnte ich mich schon mit Freund und Freundeskreis einrichten.

Leœniewski und Ondøichová: Wir erleben an den Wochenenden mehr Besucher im Landesmuseum als unter der Woche. Aber die guten Kontakte mit den unterschiedlichen Gruppen und auch eine für uns mögliche pädagogische Arbeit werden wir im Laufe der Zeit sicher noch ausbauen.

GABRIELE HANNEN FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
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