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Ratingen
Jugend hilft Senioren für ein Taschengeld

Ratingen: Jugend hilft Senioren für ein Taschengeld
Die beiden Vorsitzenden des Jugendrates, Max Julius Werthebach und Theresa Dietz, arbeiten auch mit dem Seniorenrat zusammen. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Nach dem Vorbild anderer Städte entwickeln Seniorenrat und Jugendrat eine Vermittlung für Schülerjobs. Von Joachim Preuss

Das war in der Kindheit immer eine willkommene Möglichkeit, das Taschengeld aufzubessern: Gassi gehen mit Nachbars Hund, den Rasen mähen oder Einkäufe erledigen. Ein gutes Netzwerk half bei der Jobsuche. Wer aber nicht sonderlich gut vernetzt ist, schaut in die Röhre. Das gilt auch für Leute, die gerne mal solche Dienste für wenige Euro in Anspruch nehmen würden. Senioren- und Jugendrat wollen in Ratingen Abhilfe schaffen: Sie planen eine Taschengeldbörse. Und haben auch sonst gute Ideen - gemeinsam.

Kaum hatten sich Jugend- und Seniorenrat getroffen, um Gemeinsamkeiten auszuloten, seien schon die ersten Ideen entwickelt worden, erinnert sich Michael Hansmeier vom Jugendamt. Unter anderem sei daraus das Smartcafé im Jugendzentrum (JUZ) Hösel entstanden. Mit ungewöhnlicher Resonanz: Bis zu etwa 25 Senioren nahmen das Angebot des Jugendrats gerne wahr, sich das Smartphone erklären zu lassen. Etwa ein Dutzend Jugendratsmitglieder skizzierten zunächst mit einer Power-Point-Präsentation die Funktionsweise der Telefone, um dann den Senioren am eigenen Gerät weiterzuhelfen. Die Resonanz sei großartig gewesen, lobt Hansmeier. Dreimal fand das Smartcafé statt. Sogar eine Azubi-Gruppe der Sparkasse habe sich eingeklinkt und den Älteren das Online-Banking erklärt.

Nun soll die frische Idee der Taschengeldbörse angeschoben werden. Derzeit ist diese Zusammenarbeit zwischen Senioren- und Jugendrat auf dem Weg durch die Gremien, doch besteht kein Zweifel daran, dass auch Politik und Verwaltung das Projekt unterstützen. Die Verwaltung wird dazu eine Vorlage erstellen, wenn die Politik es fordert.

Der Senioren- und Jugendrat haben bereits tüchtig Vorarbeit in Sachen Taschengeldbörse geleistet: Vertreter beider Gremien sind gemeinsam nach Solingen gefahren und haben sich ein Beispiel für eine solche Börse angeschaut. Träger des dortigen Projekts ist die Awo. Sie hat für die Koordination einen Studenten auf 450-Euro-Basis eingestellt. Er kommt zwei- bis dreimal in der Woche ins Büro, um die Termine zu koordinieren. Und samstags gibt es "coaching" für die Schüler: Das heißt, sie werden auf ihre künftigen Jobs vorbereitet. "Es ist ein Service für ältere Menschen, die Unterstützung beim Einkauf, Rasenmähen, Hund und Ähnliches benötigen", so der Jugendrat. Die Schüler erhielten dafür eine "faire Aufwandsentschädigung".

Die Zielgruppe seien etwa ab 14, 15 Jahre alt, so Hansmeier. Er findet die Zusammenarbeit zwischen Jungen und Alten "genial". So habe sich eine AG gegründet, die gemeinsam die Innenstadt unter die Lupe nehme: aus Sicht der Jungen und aus Sicht der Senioren. Die Ideen gehen in den Quartiersbeirat.

Und selbst Viertklässler der Minoritenschule werden Anregungen zur Stadtplanung geben: Bei einem Rundgang Ende Oktober wollen sie sich die Stadt mit Kinderaugen ansehen. Eine Forderung gibt es schon jetzt: "Die Verkehrsinsel auf der Grabenstraße muss wieder her!"

Quelle: RP
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