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Ratingen
Jugendkultur sprüht vor guten Ideen

Ratingen: Jugendkultur sprüht vor guten Ideen
Grafitti-Aktion am Jugendzentrum Ratingen West: unter Anleitung von Tachi Cevik (rechts) sprüht der Flüchtling Mamabou seine Farb-Ideen auf die Holzplatte. FOTO: A. Blazy
Ratingen. Die Workshops des Jugendclubs West stehen unter dem Motto "kre-aktiv in Ratingen". Von Anneke Schultz

Zum fünften Mal nahm die Stadt an der landesweiten Nacht der Jugendkultur teil. Im Jugendclub West konnten die Jugendlichen unter dem Motto "kre-aktiv in Ratingen" Graffiti- und Parkours-Workshops machen. Der Graffiti-Kurs fand vor dem Eingang des Jugendclubs statt, und so gab es auch für vorbei spazierende Ratinger einiges zu sehen.

Das ganze Gebäude war mit Plastikplanen verhängt, und die Jugendlichen sprühten ihre Motive auf große Holzspanplatten. Tachi Cevik ist Musiker und sprüht selbst leidenschaftlich gerne Graffiti. Er leitete den Kurs und sagte: "Wir fangen mit Skizzen auf Papier an. Viele Kinder bringen auch schon Ideen mit in den Kurs. Ich helfe dann ein bisschen bei der Umsetzung." Zunächst aber erklärte er, wie so eine Sprühdose eigentlich funktioniert. Hält man die Dose nah an die Holzplatte, entstehen dünne Linien. "Wenn ich aus größerer Entfernung sprühe, wird die Linie dicker. Irgendwann ist es dann nur noch ein feiner Nebel auf der Platte", so Cevik. Besonders beliebte Motive waren Markenlogos oder Fußballwappen. Die Holzplatten konnten die Teilnehmer nach dem Kurs mitnehmen. Robin (14) hat schon einmal einen Graffiti-Kurs im Jugendclub gemacht. "Es macht total viel Spaß. Ich habe den ersten Buchstaben von meinem Namen als Motiv genommen. Das Bild ist echt super geworden", sagte er. Sina, Lya und Klara besuchten den Kurs gemeinsam. Sie besprühten direkt beide Seiten der Holzplatten, um möglichst viele verschiedene Techniken und Motive zu testen. "Wir wollten das unbedingt einmal ausprobieren. Es ist wirklich schön", sagten die drei Mädchen. Hier und da brauchten die Teilnehmer dann aber doch Hilfe von Profi Tachi Cevik. Umrandungen, Schatten und Lichtreflexe sind sehr schwer zu sprühen. "Am Anfang sprühen viele zu zaghaft. Genau das ist der Fehler, da man so keine glatten Linien bekommt. Aber das braucht auch einfach viel Übung", sagte Cevik. In der Turnhalle neben dem Jugendclub konnten sich die Jugendlichen dann beim Parkour-Kurs austoben. Drei Kurse gab es insgesamt, zwei für Anfänger und einen für Fortgeschrittene. "Es nehmen heute auch einige Flüchtlinge am Kurs teil. Darüber freuen wir uns natürlich sehr", sagte Andreas Mainka vom Kulturamt, das die Nacht der Jugendkultur organisierte. Parkour ist eine besondere Art der Fortbewegung, bei der die Sportler versuchen, Hindernisse mit kontrollierten, flüssigen Bewegungen zu überwinden. In der Turnhalle waren Kästen, Matten, Parallelbarren und viele andere Geräte als Hindernisse aufgebaut. "Am Anfang sind die Jugendlichen etwas vorsichtig, doch sie überwinden sich total schnell und haben dann super viel Spaß", sagte Mainka. Trainer Felix Becker aus Köln startete den Kurs mit intensivem Aufwärmen. Danach ging es daran, die Landungen zu üben. "Das ist mit das Wichtigste. Wenn man nicht richtig landen kann, verletzt man sich leicht. Beim Parkours geht es viel um Körperbeherrschung", sagte Becker.

Als erstes Hindernis galt es, einen Kasten zu überwinden. Mit einer Hand und einem Fuß sollten die Jugendlichen sich aktiv vom Kasten abdrücken, um dann in einer flüssigen Bewegung weiterzulaufen. Was bei Trainer Felix Becker ganz einfach aussah, stellte sich als viel schwieriger heraus.

Trotzdem hatten alle Teilnehmer viel Spaß und feilten fleißig an der richtigen Technik.

Quelle: RP
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