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Lintorf
Jugendliche peppen Stromkästen auf

Lintorf: Jugendliche peppen Stromkästen auf
Die jungen Künstler hatten einen eindeutigen Auftrag: Aus trist-grauen Stromkästen bunte Blickfänger machen. FOTO: A. Blazy
Lintorf. Die Lintorfer Werbegemeinschaft sorgt mit einem Gemeinschaftsprojekt in Kooperation mit dem Jugendzentrum "Manege" für ein schöneres Dorfbild. Von Monika von Kürten

Interessiert blieben die Passanten an der Kreuzung Speestraße/Am Kohlendey stehen und beobachteten Nele, Lotta, Alina, Lena und Julia, wie sie mit bunten Farben einen nicht ganz so ansehnlichen Stromkasten mit fröhlichen Motiven bemalten. Die jungen Mädchen im Alter von zehn bis 13 Jahren nahmen nämlich an einem Streetart-Workshop des Jugendzentrums "Manege" in Kooperation mit der Werbegemenschaft teil. Ihre Aufgabe war es, die Stromkästen der Werbegemeinschaft auf der Speestraße schöner zu gestalten.

Annette Krüger vom Buchladen Schlüter waren die schmutzigen und mit Graffiti verschmierten Kästen schon lange ein Dorn im Auge. Zwei besonders "schöne" Exemplare stehen vor dem Laden. Sie wandte sich an Peter Unruh von der Werbegemeinschaft, mit der Frage, ob diese nicht irgendwie schöner gestaltet werden können. Schnell war die Idee geboren, dass Kinder die Kästen bemalen könnten. Als Kooperationspartner bot sich die "Manege" an.

Unruh sprach zunächst mit den Stadtwerken. Auch wenn die Kästen der Werbegemeinschaft gehören, um zum Beispiel beim Dorffest die Aussteller mit Strom zu versorgen, wollte er sie nicht übergehen. Schließlich versorgen sie die Kästen mit Strom. Nachdem diese die Sicherheit geprüft hatten, gaben sie grünes Licht. Das Projekt in der Manege konnte beginnen.

Während die Kinder Ideen sammelten und erste Entwürfe vorbereiteten, sorgte Unruh mit seiner Firma P.U.R Betriebshygiene unentgeltlich für eine professionelle Reinigung der Objekte. Der Lintorfer Malerbetrieb Pulfrich stellte die Spezialfarben zur Verfügung.

Die Werbegemeinschaft prüfte die Vorschläge, und die Vorsitzende Helga Krumbeck lobte die Ideen der jungen Künstler. Kurz vor den Herbsferien griffen die Mädchen dann voller Freude zu den Pinseln. Begleitet wurden sie dabei von Frank Rudloff, der in der Manege zuständige Mitarbeiter für Kinder-und Jugendangebote, und den beiden Praktikanten Ezra Mead (aus New York!) und Michelle Kochmann, die selber auch den ein oder anderen Pinselstrich übernahmen.

"Da die Kinder unmittelbar an der stark befahrenen Straße malen, müssen sie alle Warnwesten tragen. Diese wurden von der Bäckerei Wolf zur Verfügung gestellt. Den Arbeitsbereich haben wir mit Pylonen und Absperrband abgegrenzt. Außerdem haben wir die Maler gebeten, auf die Bepflanzungen der Baumscheiben um den Stromkasten herum Acht zu geben, damit diese nicht beschädigt werden", erzählte Unruh.

Nele führte letzte Feinarbeiten an ihren Motiven aus. Sie wohnt selber in Lintorf und kennt die Stomkästen. "Ich finde sie wirklich schäbig. Und weil ich gerne mit Pinsel und Farbe arbeite, habe ich mich beim Manege-Projekt angemeldet, damit sie schöner aussehen", sagte sie. Ein wenig traurig ist sie schon, dass mit der Vollendung des ersten Kastens das Projekt zunächst beendet ist. Aber Rudloff und Unruh konnten sie beruhigen. Im März gehe es schon weiter. Schließlich gebe es noch sechs weitere Kästen der Werbegemeinschaft auf der Speestraße, die auf eine Säuberung und Verschönerung warten. Und vielleicht können die Stromkästen der Stadtwerke ebenfalls bemalt werden. Aber dazu seien noch Gespräche notwendig.

Nele und Lena wollen auf jeden Fall weiter machen und sich für den nächsten Kurs anmelden, Lotta wollte sogar ihren Vater bitten, die Stadtwerke anzuschreiben, damit auch ihre Stromkästen bemalt werden können.

Und vielleicht schaffen sie es ja auch, auf ihre Mitbürger einzuwirken, dass diese schönen Kunstwerke nicht wieder mit Schmierereien verunstaltet werden.

Quelle: RP
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