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Heiligenhaus
Jugendrat vertagt Wahlen

Düsseldorf. Gerade mal fünf Bewerber aus Schülerkreisen ließen sich als Kandidaten aufstellen. Aktuell hat das Gremium 26 Mitglieder. Die fünf Bewerber wollen nun bis nach den Sommerferien die Werbetrommel rühren. Von Kathrin Schäfer

Die Wahlen sollten kommende Woche stattfinden. Der Jugendrat hatte im Vorfeld alle 2400 Wahlberechtigten zwischen zwölf und 20 Jahren persönlich angeschrieben. Aufstellen lassen konnte sich, wer fünf Unterstützer aus der Zielgruppe per Unterschrift fand. Zwei Azubis, zwei Gesamtschüler und eine Gymnasiastin haben das getan, mehr nicht. Mangels ausreichender Beteiligung werden die Wahlen nun verschoben: auf die Zeit nach den Sommerferien.

Bis dahin starten die sechs Aktiven vom 26-köpfigen Jugendrat Kampagnen für die demokratische Beteiligung ihrer Altersgenossen. Gehen in Schulen, werben persönlich, hören genau hin, wenn sie das Wort "Selbstbestimmung" in die Runde werfen.

Beate Schiffer, Fachbereichsleiterin für Jugend und Soziales, sagt: "Viele können es sich finanziell und schulisch nicht leisten, extra Zeit für ein Engagement im Jugendrat aufzubringen." Dabei sei ein solches Engagement auch bei der späteren Jobsuche sehr wichtig. Deshalb zertifiziert die Stadt auf Wunsch jedem Arbeitgeber das Engagement ihrer jungen Räte. Es geht aber um noch viel Grundlegenderes als einen Schein für die Bewerbung. Zum Beispiel um die Fähigkeit, persönlich miteinander, statt im Internet übereinander zu reden. Probleme zu lösen, anstatt sie bloß zu kommentieren.

Club-Chef Ubald Stark legt die Förderung des politischen Auftritts der Kandidaten dar: "Für jeden Kandidaten wird es Plakate und Flyer geben, auf denen die Kandidaten mit Foto und Slogan vertreten sind." Im Internet bekommt jeder einen Auftritt mit Wahlprogramm, so wie das bei Landes- und Bundespolitik in Düsseldorf und Berlin der Fall ist. Der Sprecher des Jugendrats, Kevin Sebastian Kumm (17), betont, kein Programmpunkt sei vorgegeben. Die Neuen sollen ihre eigene Politik machen dürfen.

"Wir können uns auch internationale Zusammenarbeit vorstellen, z.B. mit unseren vielen Partnerstädten", sagt Stark. "Wie machen französische Jugendliche Politik? Mit welchen Problemen haben sie zu tun?" Ein Grundbedürfnis der Heiligenhauser Jugend sei schließlich, über den Tellerrand hinaus zu schauen. Das könnten sie im Jugendrat, mit öffentlicher Unterstützung.

Was es weiter anzuzetteln gibt, sei der Kreativität der neuen Garde überlassen. Bewerben können sich Jugendliche direkt beim Jugendrat unter jugendrat@derclubheiligenhaus.de.

Quelle: RP
 
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