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Ratingen
Junge Organisten spielen in Peter und Paul

Ratingen. Die Orgelwelten Ratingen beschäftigen sich mit der Urform des Vogelgesanges.

Im Jahr der "Vögel des Himmels" wenden sich die Orgelwelten Ratingen der Urform des Vogelgesanges zu: Unsere gefiederten Freunde improvisieren kunstvollste Melodien und vor allem atemberaubende Rhythmen. Jeder Vogelgesang ist dabei individuell, kreativ und bedient sich zugleich typischer Floskeln. So erkennt man, welcher Vogel da gerade singt und erfreut sich zugleich an den melodischen Pirouetten, die jedesmal anders ausfallen.

Neben den Jazz-Musikern sind die Organisten die einzige musikalische Zunft, die diese Form des freien, aus dem Augenblick entstehenden Musizierens pflegen: die Improvisation. Wie die Vögel durch Imitieren diesen freien Flügelschlag des Gesanges erlernen, so können auch Musiker das Stegreifspiel erlernen an Beispielen komponierter oder improvisierter Vorbilder, durch Wiederholung und Veränderung, durch Analyse und Training im freien Erzählen.

An diesem Freitag, 7. Juli, geben sich in St. Peter und Paul im 20. Jahr des Organistivals zwei Improvisationskünstler ein Stelldichein: Geerten Liefting aus den Niederlanden und David Cassan aus Frankreich. Was für den Radsport die Tour de France oder für den Tennissport Wimbledon, ist für die Organisten Haarlem. Das kleine Städtchen nahe Amsterdam an der Küste hat sich seit den 50er Jahren zum europäischen Zentrum für Orgelkunst gemausert. Herzstück des Festivals, das alle zwei Jahre Organisten aus der ganzen Welt zusammenführt, ist der Internationale Improvisationswettbewerb. Die Liste der Gewinner, auserkoren von einer internationalen Jury, liest sich wie das "who is who" der internationalen Orgelszene.

Geerten Liefting, Gewinner des Wettbewerbs im vergangenen Jahr, wo Ansgar Wallenhorst bereits zum zweiten Mal in der Jury saß, ist einer der kreativsten Nachwuchsorganisten Hollands. Als Komponist und Organist bedient er sich einer reichen Ausdruckspalette, die am beim "twitter for two" an den Seifert-Orgeln über Lieder aus der Vogelwelt, Gedichte und Bilder ein Feuerwerk der Kreativität verspricht. Im zweiten Teil wird der französische Youngster David Cassan aus Paris, Gewinner der Top 3 der Improvisationswettbewerbe in Haarlem, Chartres und Straßbourg, seine musikalische Ideenwelt präsentieren: Tod und Auferstehung des Phoenix bieten Stoff für eine musikalische Barockoper, der Katalog der Vögel wie ihn der vor 25 Jahren verstorbene Komponist und Ornithologe Olivier Messiaen für Klavier schuf, darf nicht fehlen: Mit dabei sind Kuckuck, Taube, Geier und königlicher Adler. Impressionistisch wird es bei dem Bild "Die Elster" von Claude Monet, symphonisch und poetisch bei der "Vogelpredigt" des Heiligen Franziskus.

Das Finale wird beide jungen Künstler zum gemeinsamen Twittern in Tönen, Akkorden und Rhythmen am Konzertspieltisch vereinen, bei musikalischem Futter von fünf Tönen aus Tonbuchstaben: V- O- G- E-L. Ganz frei, vertrauend in die eigene Gesangskunst wie ihre Vorbilder, die Vögel des Himmels!

(jün)
 
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