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Heiligenhaus
Kinder feiern ihre kleine Alltags-Spielwelt

Heiligenhaus: Kinder feiern ihre kleine Alltags-Spielwelt
Im Kindergarten in Grün Selbeck gab es gestern allerhand zu bestaunen - für Kinder wie für erwachsene Gäste. FOTO: Achim Blazy
Heiligenhaus. Die "Robbeninsel", jüngste Kita der Stadt, wird ein Jahr alt. Der Trägerverein "Pro Mobil" erinnert an seine Gründung vor 45 Jahren. Von Sandra Kreilmann

Da staunten die kleinen Heiligenhauser nicht schlecht, als gestern ganz viele große Leute ihre kleine Robbeninsel besuchten. In der Kindertagesstätte im Neubaugebiet Grün Selbeck gab es nämlich gleich zwei gute Gründe zum Feiern.

Zum einen zelebrierte Pro Mobil, der Verein für Menschen mit Behinderungen, als Träger der Einrichtung seinen 45. Geburtstag und zum anderen bot die Robbeninsel selbst Anlass zum Jubeln. Denn die integrative Kita wurde im großen Rahmen noch mal mit einer echten Party und viel Gesprächsstoff vom Team und natürlich den jungen Gastgebern und ihren Eltern und vielen Freunden und Wegbegleitern eingeweiht. Am 1. August startete der Kindergartenbetrieb. Gestern wurde eines dabei ganz deutlich: Hier fühlen sich alle pudelwohl. Tolle Sandbänke - wie sollte es bei einer Robbeninsel auch anders sein? - und grüne Wiesen im Außenbereich laden zum Spielen genauso ein, wie das passende Spielzeug im architektonisch spannenden Holz-Gebäude, in dem drei Gruppen mit jeweils 15 Kindern betreut werden.

Ein tatkräftiger Elternrat hat sich bereits zusammen gefunden, der Opa eines Kindergartenkindes kümmert sich hier regelmäßig um die Rasenflächen. Auch über viele Zuwendungen und Spenden lokaler Institutionen freute sich Margit Benemann, die seit 1987 mit vollem Einsatz Pro Mobil Geschäftsführerin ist: "Unser Mehrzweckraum, der anfangs noch ziemlich leer war, ist nun gut ausgestattet. Und das komplett aus Spenden. Etwa 10 000 Euro haben wir zusammen bekommen." Auch in der Außenanlage wurden Schaukeln und Spielgeräte durch Sponsoren erst möglich gemacht. Für Kämmerer Michael Beck ist die Robbeninsel, als erste Kita in Trägerschaft von Pro Mobil, ein echtes Pfund. "Wir können sehr stolz sein, mit Pro Mobil einen guten Partner zu haben. Als Stadt können wir nur hoffen, noch an vielen anderen Projekten gemeinsam arbeiten zu können." Die Besucher nutzten gestern die Möglichkeit, sich alles mal ganz genau an zu schauen. Schon vorab hatte der Verein sich von seinen Gästen viel Grünes und Buntes für die große Außenanlage gewünscht. "Wir haben viel Platz hier draußen", freut sich Benemann über die vielen Gastgeschenke.

Schirmherrin Kerstin Griese brachte zum Beispiel Kräuter mit. "Die kommen in einen Gemüsegarten, den wir bald anlegen werden", versprach Benemann, "damit auch alle Kinder was davon haben, wird es auch Hochbeete geben." Leiterin Katja Benemann verriet das vielleicht nicht ganz so geheime Motto der Einrichtung: "Fleiß, Flexibilität und Spontanität. Und ein tolles Team."

In der integrativen Kindertagesstätte werden Kinder mit Behinderung und Kinder ohne Behinderung gemeinsam groß. Inklusion ist dabei ein Thema, das die Mitglieder von Pro Mobil nun schon seit 45 Jahren umtreibt. Viele Dinge des täglichen Lebens bleiben für Menschen mit Behinderung immer noch unerreichbar, um sie zu erreichen und sich Lebensträume zu erfüllen, müssen sie immer noch viel zu viele Hürden überwinden. Laut dem statistischen Bundesamt ist jede elfte Bundesbürgerin beziehungsweise jeder elfte Bundesbürger ein Mensch mit Behinderung.

Quelle: RP
 
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