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Heiligenhaus
Kinder gestalten ihren eigenen Trickfilm

Heiligenhaus: Kinder gestalten ihren eigenen Trickfilm
Yule von Hertell stellt das Programm für die drei Workshop-Tage vor. FOTO: Blazy Achim
Heiligenhaus. Für die Organisatoren ist der "Kulturrucksack" mit 5000 Euro Fördergeld jährlich gepolstert. Die zehn- bis 14-jährigen Teilnehmer packen ihre Ideen dazu. Gerade läuft ein Workshop zum Thema Heimat und Flucht. Foto- und Filmtechnik gehören dazu. Von Paul Köhnes

"Wer spricht noch andere Sprachen als Deutsch?" Kaum hat Yule von Hertell die erste Frage gestellt, da gehen die Finger nach oben. Acht junge Leute sitzen im Kreis vor der Papptafel, die sich schnell mit Worten und kurzen Sätzen füllt - sechssprachig. So sieht der Start in ein Drei-Tage-Programm im Haus der Kirche aus. Titel des Workshops: "Meine Zuflucht - ich packe meinen Koffer". Die Idee beschreibt Organisatorin Silke Eisenblätter so: "Wir wollen herausfinden, was es ist, das einen Ort Heimat sein lässt." Und: Was es bedeutet, Heimat verlassen zu müssen.

Das Ergebnis soll alles werden - bloß nicht graue Theorie. Am Vormittag von Tag eins geht es aber erstmal darum, sich gegenseitig kennenzulernen. Denn am Ende des Workshops soll ein kleiner Zeichentrickfilm stehen - mit allen Ideen drin, die das junge Team entwickelt.

Mit Zeichnungen geht es los. Kinder erklären bildlich, was die notwendigsten Utensilien im Alltag sind. FOTO: A. Blazy

Für Almuth Schildmann-Brack, die die Aktivitäten im Jugendamt koordiniert, ist die Idee beispielhaft für das, was im Programm "Kulturrucksack" generell stecken soll. Die Städte Velbert und Heiligenhaus arbeiten in dem Projekt seit 2013 mit. Es läuft gut, die Zukunft des Angebots ist bis 2018 gesichert. Die Idee des vom Land geförderten Programms: "Gerade die Altersgruppe, die wir ansprechen, braucht einen offenen Zugang zu Kultur in möglichst vielen Spielarten", sagt Schildmann-Brack. Da sei es wenig hilfreich, Eintrittskarten zu bezuschussen oder sonstwie Konsumhaltung zu fördern. Sondern Kreativität. Und immer geht es darum, den eigenen Alltag der Teilnehmer mit einzubauen. Dazu dienen in Velbert und Heiligenhaus allein schon knapp zwei Dutzend unterschiedliche Treffpunkte für Jugendarbeit, in denen Workshops und mehr angeboten werden. An Infrastruktur mangelt es also nicht. In Heiligenhaus sind es der Club an der Hülsbecker Straße, das Spielhaus, das Haus der Kirche, Stadtbücherei, Museum Abtsküche und Umweltbildungszentrum. "Die Zusammenarbeit mit Trägern offener Jugendarbeit ist für uns enorm wichtig", sagt Schildmann-Brack. Denn allein mit Werbung (an Schulen) sei es nicht getan. Die Angebote richten sich grundsätzlich an alle Interessenten der Altersgruppe - egal, ob sie über Kirche, Schulen oder Vereine bereits an Projekten mitwirken. Welche Ideen das "Kulturrucksack"-Programm inzwischen realisierte, bietet schon Stoff für ganze Beispielbücher - zusammengetragen von der Koordinierungsstelle des Landes. Bis zum Jahresende könnte ein eigenes Heiligenhauser Buch dazukommen, so eine Idee. Wieder unter dem Oberbegriff "Heimat" können die jungen Macher dann Heiligenhauser Sagen und Mythen erkunden.

Quelle: RP
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