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Heiligenhaus
Kinder packen die Trommelstöcke aus

Heiligenhaus: Kinder packen die Trommelstöcke aus
Im Haus der Kirche trafen sich die Kinder zum Trommeln. Das Angebot fand im Rahmen der Kulturrucksack-Aktion statt, das sich an Kinder von zehen bis 14 Jahre richtet. FOTO: Achim Blazy
Heiligenhaus. Bei der Kulturrucksack-Aktion entdeckten Schüler in der ersten Ferienwoche afrikanische Rhythmen und Klänge. Von Henry Kreilmann

Es sind die Sekunden kurz bevor die 15 Musiker ihren Vortrag beginnen. Einige Hände greifen zu den Schlägeln, andere rücken ihr Instrument noch einmal richtig zu Recht und dann sind die Blicke hochkonzentriert. Das Lied beginnt. Mit sanften Trommelschlägen beginnt das Stück, das alle spätestens aus dem Film König der Löwen kennen: "The Lion sleeps tonight", geschrieben vom Südafrikanischen Künstler Salomon Linda.

Gecovert wurde das Stück von vielen Musikern, am prominentesten wohl von den "Tokens" und jetzt eben von den Heiligenhauser Nachwuchsmusikern der Kulturrucksack-Aktion. Und während das Trommelorchester im Haus der Kirche über den schlafenden Löwen singt, zeigt sich bei den Musikern, wie die Konzentration zu Beginn des Stückes langsam strahlenden Gesichtern weicht und die Körper immer mehr mitschwingen - es wird getrommelt, geklatscht und mitgesungen.

Zwölf Kinder entdeckten in der ersten Ferienwoche Percussion-, Klang- und Rhythmusinstrumente mit Hilfe der Trommel-Profis Kai Angermann und Uwe Fischer-Rosier, sowie der Sängerin Silva Wagner. Das Trommeln habe eine eigene Körperlichkeit, findet Angermann. "Das Besondere ist, dass hier niemand unbedingt musikalisches Grundwissen mitbringen muss und wenn doch, dann kann man das in der Gruppe gut kombinieren", so Fischer-Rosier. "Genau das ist das Tolle, man kann hier gemeinsam im Team etwas erarbeiten", findet auch Wagner. "Wir haben die afrikanische Musik kennengelernt und dabei viele Instrumente ausprobiert. Mir hat der Gong am besten gefallen, weil der Klang so schön ist", sagt der zwölfjährige Simon über seine erste Ferienwoche. Musikerkollegin Aleyna mochte die Djembe gern, eine Bechertrommel aus Westafrika, deren Korpus aus einem ausgehöhlten Baumstamm besteht. Und Meriam fand das Xylofon toll. "Wir haben auch aus Röhren unsere eigenen Instrumente gebaut", verraten die drei.

Diese Kreativität zu entdecken und herauszufordern sei die Absicht hinter dem Kulturrucksack, sagt Almuth Schildmann-Brack vom Jugendamt, sie koordiniert mit ihrer Velberter Kollegin die Aktionen im Niederbergischen, dafür gibt es seit 2013 jährlich Fördergelder vom Land. "Es geht darum, bei Kindern im Alter von zehn bis 14 Jahren eigene Kreativität zu wecken und Kultur zu schaffen." Das sei allerdings gerade bei Kindern in dem Alter schwierig, denn die Altersgruppe sei inmitten von all der Ablenkung in Schule und Freizeit schwer zu erreichen, das Angebot müsse also besonders niederschwellig sein. "Das Trommelangebot war sehr gut gefragt und alle sind dabei geblieben. Das ist nicht immer so", sagt Schildmann-Brack. Besonders gefragt sind in Heiligenhaus die Angebote rund um Graffiti- und StreetArt-Kunst. "Ein tolles Angebot aus dem letzten Jahr wiederholen wir in diesem Jahr 'Sagen und Legenden', dann wird es noch mehr Heiligenhauser Märchen geben."

Quelle: RP
 
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