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Ratingen
Kinderschutzbund geht das Geld aus

Ratingen: Kinderschutzbund geht das Geld aus
Als Anlaufstelle sind Vorbeugung, Verdachtsabklärung sowie Beratung bei Vernachlässigung, Misshandlung oder sexueller Gewalt von Kindern und Jugendlichen die wesentlichen Schwerpunkte des Kinderschutzbundes. FOTO: RP-AF
Ratingen. Im vergangenen Jahr ist ein Verlust von 12.000 Euro entstanden. Noch gibt es Rücklagen, doch die Lage ist schwierig. Von Valeska von Dolega

Die Aufgaben in Sachen Kinderschutz konnten allesamt gut erledigt werden. Aber: "Unseren Etat konnten wir 2016 leider nicht decken", beginnt Kornelia Schröder, geschäftsführende Vorsitzende des Kinderschutzbundes Ortsverband Ratingen (DKSB), den Tätigkeitsbericht 2016. Im vergangenen Jahr ist ein Verlust von 12.000 Euro entstanden. Noch ist das Minus kein Grund zur Sorge, "Wir haben als Polster Rücklagen." Geld aber wird dringend gebraucht, um so den durch Spenden zu finanzierenden Anteil in Höhe von 63.000 Euro decken zu können. Bilanz 2016 und Aussicht 2017 im Überblick:

Die Personalkosten für sechs hauptamtliche Mitarbeiterinnen verursachen den "Löwenanteil unserer Ausgaben. Keine Stelle wird voll von der öffentlichen Hand getragen", sagt Kornelia Schröder. Das Gehalt der Diplom-Psychologin zum Beispiel wird zu zehn Prozent durch Spenden finanziert. Mietkosten für die Adressen an der Düsseldorfer Straße oder den Familientreff am Berliner Platz verursachen weitere Kosten. Noch aber hält das Finanzpolster durch kleine Gewinne, die in den Jahren 2013 bis 2015 erwirtschaftet wurden.

Das Spendenaufkommen ist im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Die Mittel aus den Bußgeldverfahren haben sich im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren halbiert. Auch hat sich das Spendenverhalten generell verändert, wer früher regelmäßig gab, ist inzwischen als Wechselspender oft bei anderen Projekten engagiert. Neu-Spender zu gewinnen ist nicht einfach. "Firmen einfach so anzuschreiben, bringt gar nichts. Da sind die Portokosten höher als der Ertrag", resümiert die Vorsitzende eine Idee.

Als Anlaufstelle für Kinderschutz sind Vorbeugung, Verdachtsabklärung sowie Beratung bei Vernachlässigung, Misshandlung oder sexueller Gewalt von Kindern und Jugendlichen Schwerpunkte der Arbeit. Dazu gibt es Einrichtungen wie "Löwenherz", den Familientreff in West und Kooperationen mit Familienzentren. 2016 kamen 117 Fälle aus Ratingen, 41 aus Heiligenhaus, 54 aus Mettmann, 17 aus anderen Städten und 16 anonyme Fälle. Bei der Symptomatik handelte es sich um Missbrauch (45), Misshandlung (34), Vernachlässigung (45), Gewalt in der Familie (48) sowie Prävention (10). "Die Zahlen zeigen keine besonderen Ausreißer nach oben oder unten", stellt Kornelia Schröder einen Kontext zum Vorjahr her.

Im vergangenen Jahr wurde das 30-jährige Bestehen des DKSB gefeiert. "Eine wichtige Maßnahme, um in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden." Geworben wird für das Angebot, man ist auch auf der Suche nach Unterstützern in den sozialen Netzwerken und durch unermüdliche persönliche Ansprache. Die 33 ehrenamtlichen Mitarbeiter sind wichtige Multiplikatoren.

Vor allem für die Hausaufgabenbetreuung werden immer Helfer gesucht. "Je mehr wir sind, desto bessere Betreuung ist für die Kinder möglich." Gute Deutschkenntnisse und die Beherrschung des Grundschullehrstoffes sind neben der grundsätzlichen Bereitschaft, mit Kindern intensiv zu arbeiten, die Voraussetzungen für diese Tätigkeit.

Das Angebot bleibt wie 2016 mit Beratungen, Anlaufstellen sowie psychosozialer und ärztlicher Betreuung unverändert zum Vorjahr. Der Weltkindertag am 20. September wird unter ein besonderes Motto gestellt.

Schröder möchte im Jahr 2018 ihr Amt als geschäftsführende Vorsitzende zur Wahl stellen. Nach 25 Jahren Vorstandsarbeit ist die bald 62-Jährige bereit, den "Staffelstab in andere Hände zu geben".

Quelle: RP
 
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