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Ratingen
Knochenmarkspende rettet Sechsjährigen

Ratingen. Eine junge Mutter hat sich typisieren lassen und dadurch ein Leben gerettet. Jetzt engagiert sie sich für die erkrankte Petra W. aus Ratingen.

Vor fünf Jahren spendete die heute 39-jährige Jennifer Klesse-Münch aus Langenfeld einem schwer erkrankten Jungen Stammzellen und rettete damit sein Leben. Heute unterstützt sie die für Sonntag geplante Aktion für die erkrankte Petra W. aus Ratingen, die auch nur überleben kann, wenn sie einen passenden Spender findet. Bislang ist wie berichtet die weltweite Suche nach einem "genetischen Zwilling" für Petra erfolglos.

Vor sechs Jahren ließ sich die Arzthelferin Jennifer Klesse-Münch, selbst Mutter eines kleinen Kindes, bei der DKMS registrieren. Nur ein halbes Jahr später erhielt sie die Nachricht, dass sie für einen Patienten als Spenderin in Frage käme. "Ich war total aufgeregt. Und glücklich, dass ich die Möglichkeit bekam, einem Menschen die Hoffnung auf ein zweites Leben zu schenken. Gleichzeitig war ich unsicher, weil ich ja überhaupt nicht wusste, was auf mich zukam. Trotzdem habe ich keine Sekunde gezögert", erinnert sie sich.

Ihre Familie und Freunde haben ihre Entscheidung, Stammzellen zu spenden, zu jeder Zeit unterstützt. "Alle haben sich gefreut und waren total stolz auf mich. Das war mir schon ein wenig peinlich. Denn eigentlich sollte das doch selbstverständlich sein", erklärt sie.

Dann kam der große Tag. Am 7. Dezember 2011 wurden ihr Stammzellen entnommen. "Nach der Spende hatte ich zwar ein paar Tage Schmerzen, die sich wie Muskelkater anfühlten, viel schlimmer war aber die Warterei, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es meinem Patienten geht." Denn nach der Entnahme erfuhr Jennifer Klesse-Münch, dass die Spende für ein sechsjähriges Kind aus Deutschland bestimmt war. "Mein Sohn war zu diesem Zeitpunkt genauso alt wie mein kleiner Patient und ich konnte mich gut in die verzweifelte Situation der Eltern hineinversetzen." Einige Wochen nach der Spende schrieb sie der Familie einen Brief. Zunächst muss eine zweijährige Sperrfrist eingehalten werden, in denen die Familien nur anonym Kontakt über die DKMS aufnehmen dürfen. "Dieser Brief hat mich viel Kraft gekostet."

Einige Wochen später erhielt sie Antwort und erfuhr, dass ihre Stammzellen dem fünfjährigen Max wirklich das Leben gerettet hatten. Inzwischen sind die Familien eng befreundet. Sie sehen sich regelmäßig und Max war mit seinen Eltern selbstverständlich auch bei Jennifer Klesse-Münchs Hochzeit dabei. Jetzt engagiert sich die mittlerweile zweifache Mutter für die erkrankte Petra W. aus Ratingen: "Ich wünsche und hoffe sehr, dass viele Menschen an der Aktion am 13. November teilnehmen. Denn nur wer sich registrieren lässt, kann auch als Lebensretter gefunden werden."

Auch Kerstin Griese (SPD), Mitglied des Bundestages und Abgeordnete für Ratingen, appelliert in ihrer Funktion als Schirmherrin: "Bitte kommen Sie zur Aktion. Für jeden Einzelnen von uns bedeuten 5 ml Blut sehr wenig. Für Betroffene ist es eine Frage des Überlebens."

(RP/jün)
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