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Ratingen
Kolleg schließt - neues Konzept ist schon in Arbeit

Ratingen. Das Ende der Abendrealschule in Süd kommt 2018. Das Ringen um tragfähige Alternativen hat begonnen. Von Paul Köhnes

Bedauern quer durch alle Fraktionen - und dann die höchst sarkastische Erkenntnis: "Es ist die Chronik eines angekündigten Todes." So klangen erste Reaktionen im Schulausschuss auf die Nachricht von der für 2018 geplanten Schließung des Franz-Rath-Kollegs. Am Faktum selbst ist nichts mehr zu deuteln. Das machten Schulleiter Georg Berendt und Trägervereinschef Karl Heinz Poerschke unmissverständlich klar. Sie erläuterten erneut - wie schon in einem Brief an die Stadtspitze zuvor: Der herbe Schnitt ist nicht zu vermeiden. Geänderte Bafög-Rahmenbedingungen und eine veränderte Ausbildungs- und Prüfungsordnung führen zu dramatisch sinkenden Anmeldezahlen. (Unsere Redaktion berichtete). Ein Prozess, der auch mit Geld nicht aufzuhalten wäre. Jeder neue Träger dieser Ersatzschulform - ob Stadt oder sonstwer - stünde vor dem gleichen Dilemma. So habe auch das Erzbistum Köln, das sich seit sechs Jahrzehnten freiwillig an der Förderung der Ersatzschule beteiligt, inzwischen "eindeutig zur Schließung geraten", so Poerschke. Landesweit, so klang an, stünden vergleichbare Schulen vor dem gleichen Problem.

Beim Blick in die Zukunft setzt Schuldezernent Rolf Steuwe auf Gespräche mit dem Jobcenter, der Regionalagentur für Arbeit - und auf das Cüppers-Berufskolleg. In allen Gesprächen wird es darum gehen, jungen Leuten auf vergleichbaren zweiten Bildungswegen zu einem Schulabschluss zu verhelfen, wie dies bisher das Franz-Rath-Kolleg leistet. Dort bekommen die Schüler die soeben noch ihren zweijährigen Bildungsgang begonnen haben, die Chance auf ihren Abschluss garantiert. Hinreichende Sprachkenntnisse vorausgesetzt.

Am Kolleg selbst gab es schon lange vor der 60-Jahr-Feier im April 2016 die Befürchtung, das Ende könne schnell kommen. Jetzt ist es Gewissheit. Schulleiter Berendt machte noch einmal klar, welchen Personenkreis das Kolleg derzeit betreut: 167 Schüler sind es in Süd, zehn Prozent von ihnen minderjährig, die Hälfte 18 bis 20 Jahre alt. Gut die Hälfte von ihnen kommt aus Ratingen, 28 Prozent aus dem Kreis Mettmann, 14 Prozent auf Düsseldorf.

Vermutung im Schulausschuss: Durch die neue Gesetzgebung sollten die Ersatzschulen zugunsten der Berufskollegs geschwächt werden. Darauf kam ein Statistik-Konter von Berendt: "25 Prozent unserer Schüler haben zuvor ihren Bildungsgang an einem Berufskolleg abgebrochen."

Quelle: RP
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