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Ratingen
Künstlerloge verabschiedet ein Vorstandsmitglied

Ratingen. Seit zehn Jahren wird Kunst in der ehemaligen Pförtnerloge von Calor-Emag ausgestellt.

Es kommt wirklich nicht auf die Zahl gekrönter Häupter an, die einem Event beiwohnen. Es kommt auf manches andere an - auch bei der Künstlerloge, die im ehemaligen Pförtnerhäuschen der Calor Emag seit einem Jahrzehnt ein sicheres Zuhause hat.

Dieses Jubiläum brachte immerhin ein Drittel der Künstler zusammen, die dort ausgestellt haben. Die Stadt wurde von Kulturdezernent Frank Mendack vertreten. Und vom Relexa-Hotel nebenan kamen die Getränke, mit denen immerhin auf alles Mögliche angestoßen wurde.

Mit dem Jubiläum eröffnete der aktuelle Künstler seine Ausstellung. Wolfgang Heyder, in Ratingen geboren und nun in Berlin heimisch geworden, zeigt seine Arbeiten bis zum 26. Juni. Es traf sich bei der Planung auf wunderbare Weise, dass mit Heyder ein Mann in die Loge einzog, der schon als Kind die "Räumlichkeiten" kannte. Sein Vater hatte nämlich für Jahrzehnte als Architekt der Calor Emag angehört.

Und er hatte den aktuellen Exponaten einen interessanten Mittelpunkt gegeben: Zwischen den gerahmten Schiefertafeln prangt ein Bauplan der Firma - einzig nicht so beleuchtet wie die Objekte rechts und links, die vornehmlich in dunklen Ratinger Stunden mit pfiffiger Beleuchtung blaue Geheimnisse ausstrahlen.

An diesem Abend kam Roswitha Riebe-Beicht zum letzten Male als eins von vier Mitgliedern der Künstlerloge zum Event. "Zehn Jahre in dieser Position sind lange genug", erklärt sie. "Und meine Kollegin Ulrike Siebel und die Kollegen Johannes Lenhart und Ansgar M. van Treeck sind ein würdiges Führungsteam".

Sie und alle anderen Künstlerinnen und Künstler, die in dem Eisenbahnwaggon-ähnlichen Pförtnerhäuschen Zeugnis gaben von ihrer Arbeit, ihrer Kunst, werden alsbald in einem aufschlussreichen Katalog zu betrachten sein. So lange, wie die Künstler noch aus dem schlauchförmigen Etablissement an der Calor-Emag-Straße grüßen und Besucher sich die Nase an den Fenstern platt drücken - so lange hat die Stadt Ratingen noch eine gleichermaßen witzige wie ernst zu nehmende Lokalität moderner Kunst seitwärts des Museums.

(gaha)
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