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Heiligenhaus
Kulturbüro will Qualität trotz Sparzwang

Heiligenhaus: Kulturbüro will Qualität trotz Sparzwang
Stephan Nau (l.) und Jürgen Weger tragen Kulturtermine in den Kalender ein. FOTO: achim blazy
Heiligenhaus. Im Kalender stehen jetzt weniger Veranstaltungen und die Eintrittspreise sind "moderat erhöht" worden. Von Sandra Kreilmann

"Es gab Zeiten, vor ein paar Jahren, da hatten wir ein Budget von gut 120.000 Euro zur Verfügung", erinnert sich Jürgen Weger vom Kulturbüro. Zeiten, die vorbei sind. In den letzten Jahren wurden die Gelder für die städtische Kultur um etwa fünf Prozent pro Jahr gekürzt. Im Haushalt für dieses Jahr wurde der Rotstift dabei noch deutlicher geschwungen: 20 Prozent weniger stehen aufgrund der knappen Finanzlage zur Verfügung. Die aktuelle Zahl, die dabei heraus kommt: 80.000 Euro. "Wenn Mehreinnahmen da sind, können wir die natürlich wieder einbringen, doch die überhaupt zu erwirtschaften ist schwierig", sagt Kulturbüro-Chef Stephan Nau.

Kosten im Blick behalten, jedoch die Qualität nicht aus den Augen verlieren, das ist für das Kulturbüro-Team eine Gratwanderung. Ein Resultat ist eine "moderate Erhöhung der Eintrittspreise", wie Nau es nennt, da sei man nicht drum herum gekommen; ein anderes Resultat ist eine geringere Zahl der angebotenen Veranstaltungen. "Von früher durchschnittlich gut 30 Veranstaltungen, sind es in diesem ersten Halbjahr etwa 20 von uns organisierte Auftritte", so Weger.

Der neue Kulturkalender ist da und er strahlt trotzig rot, denn er will vor allem eines: Aufmerksamkeit. Denn die Auswahl des Angebots ist spannend. Eine Mischung aus bekannten Gesichtern aus Folk, Kabarett und Klassik ist darin zu finden. Neulinge sind zum Beispiel die jungen Popmusiker von "Durch und Durch" mit ihrem Programm "Dassollpopsein" am 27. April. Die Kaarster Jungs liegen mit anspruchsvoller handgemachter deutscher Musik im Trend. "Die werden mal richtig groß", ist sich Jürgen Weger sicher und hofft gerade deswegen, damit das junge Publikum erreichen zu können. "Wir hören schon hin und wieder die Kritik, dass wir ja viel zu viel Folk im Programm hätten, doch Fakt ist: Die Folkfans kommen zu den Veranstaltungen und das sogar aus dem weiteren Umkreis. In dieser Nische liegen wir gut", so Nau. Die Eintrittspreise seien in Heiligenhaus, trotz der Erhöhung, immer noch geringer als in den großen Nachbarstädten. "Es lohnt sich für die Düsseldorfer also, bei uns vorbei zu kommen. Und das tun sie auch, wie wir über das neue Ticketsystem Neanderticket feststellen können. Das System läuft gut an." Auch die Reichweite vergrößere sich dadurch deutlich.

Im Club, der Buchhandlung, dem Kulturbüro sowie nun auch dem Bürgerbüro kann man die Tickets kaufen. Im Netz ist es zudem möglich, die Tickets auszudrucken. "Deswegen schicken wir die Tickets auch nicht mehr zu. Man kann sie aber immer noch bei uns abholen." Was gibt es zu erleben? Kabarett mit Wilfried Schmickler, 13. Februar, in der Kant-Aula, "ohnehin ein Selbstläufer", oder mit Jens Neutag, 24. Februar, 20 Uhr, oder Folk mit der Bet Williams Band (2. März), dem Irish Heartbeat mit drei Folkbands (19. März), Celtic Rock mit Skerryvore (13. April) oder den Lokalmatadoren von Fricklesome Amsel am 27. März im Museum Abtsküche, sowie das traditionelle "Folk auf'm Hof" am 30. April sowie Folk, Rock, Blue und Country mit Joe Brozio & Band (9. März). Klassisch wird es mit den Bergischen Salonlöwen (13. März), den Harmonic Brass (8. Mai), sowie dem Rheinischen Orchester Duisburg (8. Mai). www.neanderticket.de.

Quelle: RP
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