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Ratingen
Laden im neuen Markthaus bleibt leer

Ratingen: Laden im neuen Markthaus bleibt leer
Leerstand in allerbester Lage: Im neuen Markthaus 20 soll es ein Textilfachgeschäft geben. Rat und Verwaltung pochen auf die Vereinbarung mit Investor Gunnar Marx. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Die Stadt pocht darauf, dass ein Textilgeschäft einzieht. Der Investor hat aber keinen passenden Anbieter gefunden. Von Norbert Kleeberg

Der Streit um den Leerstand im neuen Markthaus 20 spitzt sich zu. Investor Gunnar Marx betonte, dass dieser Zustand politisch gewollt sei. Laut Politik und Verwaltung soll dort ein Textiler einziehen. "An dieser Stelle hätte sonst bereits Back Bord eine neue Filiale eröffnet, was die Stadt Ratingen jedoch untersagt hat", meinte Marx in einer aktuellen Mitteilung. Im Nachbar-Ladenlokal habe am vergangenen Donnerstag "Ernsting's Family" neu eröffnet, man bedauere den Leerstand sehr, hieß es seitens des neuen Geschäfts.

Marx betonte: "Ich warne vor einem Flächenbrand. Aktuell stehen in der absoluten 1 A-Lage auf rund 100 Metern Länge bereits vier Ladenlokale leer. Dieses hat eine Signalwirkung für alle Unternehmen, die sich neu in der Fußgängerzone von Ratingen ansiedeln wollen. Jeder Expansionsmitarbeiter prüft vor einer Anmietung das Handelsumfeld - bei hohen Leerstandszahlen raten die Expansionsmanager ihren Unternehmensleitungen erfahrungsgemäß von einer Anmietung an dem Standort ab."

In Shoppingcentern würden heute sogar die Leerstandsquoten vertraglich vereinbart, und der Mieter habe ein Sonderkündigungsrecht, wenn der Leerstand zunimmt, erklärt der bundesweit aktive Investor aus Essen.

Neben Back Bord habe man nun noch neu ein sehr namhaftes Telekommunikationsunternehmen als Interessenten für das Ladenlokal Marktplatz 20 vorliegen, erklärte Makler Stephan Lahme, der für die Eugen Lehmkühler GmbH arbeitet, die zur Marx-Gruppe gehört.

Die Stadt wollte für die Vermietung des Ladenlokals Marktplatz 20 ein weiteres Maklerunternehmen mit der Suche nach einem Mieter beauftragen. Der lokale Makler Guido Hellmann und die überregional tätige Maklerfirma Eugen Lehmkühler GmbH konnten trotz vierjähriger Bemühungen keinen Interessenten aus der Textilbranche finden, der bereit war, einen Mietvertrag zu unterschreiben. Zum Vergleich: Das letzte Ladenlokal im Ratinger Stadttor wurde laut Marx nach dreijährigem Leerstand an einen Ein-Euro-Shop neu vermietet. Das Ladenlokal Marktplatz 20 ist seit dem 15. Mai fertiggestellt und steht nun nach Angaben von Marx wegen der Branchenvorgabe leer, obwohl bereits ein Mietvertrag, von Back Bord unterschrieben, vorliegt und ein anderer Interessent unterschriftswillig ist.

"Je länger ein Laden leer steht, umso schlechter werden die Neuvermietungschancen, wie die Neuvermietung an den Ein-Euro-Shop im Stadttor beweist. Bis heute haben wir von der Stadt keinen ernsthaften textilen Interessenten genannt bekommen. Wir wissen auch nicht, für welchen Makler sich die Stadt Ratingen zur Vermarktungsunterstützung entschieden hat. Von einem anderen Makler haben wir bisher noch gar nichts gehört. Vermutlich hat gar kein anderer Makler Interesse an dem Auftrag, weil jeder bundesweit tätige Makler die Krise im Textileinzelhandel genau kennt und auch weiß, dass die Schaufensterfront für einen Textiler nicht breit genug ist. Zaubern kann ja niemand - wenn es keinen Textiler dafür gibt, kann ihn niemand herbeizaubern", betonte der Investor.

Der Rat der Stadt will am 11. Juli erneut über die Vermietung an Back Bord entscheiden. Ein längerer Leerstand würde der Fußgängerzone auf jeden Fall extrem schaden, betonte Marx.

Quelle: RP
 
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