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Heiligenhaus
Land hilft bei der Flächen-Entwicklung

Heiligenhaus. Die Dörrenhaus-Brache sowie zwei innerstädtische Standorte in der Oberstadt sind jetzt Teil des Flächenpools NRW. Von Sandra Kreilmann

Drei Flächen, grobe sechs Hektar Heiligenhauser Land und das in exponierten Lagen: Die Fachleute des Flächenpools NRW sind in Heiligenhaus angekommen und bekommen ordentlich was zu tun. Denn neben zwei innerstädtischen Arealen, eines zwischen Südring/ Hauptstraße/ Sachsenstraße/Bayernstraße sowie Hauptstraße /Am Hangstein/ Winkelstraße, gibt es auch noch das Gelände der ehemaligen Firma Dörrenhaus in Hetterscheidt zu begutachten. Der Flächenpool ist dabei ein Instrument, das auf eine "dialogorientierte Steuerung" zwischen Eigentümern von zentral gelegenen, aber zumeist brachliegenden Flächen und Stadtverwaltungen abzielt.

Die Fachleute des Landes werden zu Mittelsmännern und suchen gemeinsam mit beiden Parteien die beste Lösung für brachliegende Flächen mit Perspektive. Darüber hinaus stellen sie bei Bedarf auch Experten zur Seite. Doch das Hauptaugenmerk liegt im Gespräch. "Wir beraten unabhängig, haben kein Interesse an einem Folgeauftrag und stehen so gesehen auf keiner Seite. Uns geht es darum, für beide Seiten einen Konsens zu finden, der dann schriftlich festgehalten werden kann, damit alle profitieren", sagt Thomas Lennertz von der Bahnflächen-Entwicklungs-Gesellschaft NRW, kurz BEG. Die ist gemeinsam mit Straßen NRW verantwortlich für den Flächenpool, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Städte langfristig zu stärken. "Das Land übernimmt 60 bis 75 Prozent der Mittel wie etwa für Expertenberatungen. Den geringen Restanteil teilen sich Eigentümer und Kommune."

Nach Vorgesprächen mit beteiligten Grundstückseigentümern (etwa drei bis zehn pro Areal) hat Heiligenhaus sich auf Antrag der SPD beworben und gehört dabei zu den zwölf Städten, die ausgewählt wurden. Rund 40 Städte hatten sich mit 170 Brachflächenstandorten beworben, insgesamt 1000 Fußballfelder, doch Heiligenhaus setzte sich durch. "Heiligenhaus passte genau in das Eignungsfeld", sagt Lennertz. Vertraglich auf gut drei bis vier Jahre festgelegt, gibt es dabei kein klar definiertes Ziel.

Die Ziele, so Projektleiterin Barbara Eickelkamp, seien so unterschiedlich wie die Flächen selbst, auch die Dauer ist ungewiss. "Manchmal gibt es schon nach einem Gespräch mit uns eine klare Richtung, und wir sind raus. Manchmal dauert es aber auch."

Außerdem bedeute die Zusammenarbeit nicht, dass bereits nach diesen bis zu vier Jahren sofort gebaut werde. Doch die Ziele sollen bis dahin gesteckt sein. Der Technische Beigeordnete Harald Flügge sieht in diesem Mittel eine gute Möglichkeit, "den nicht geschafften Strukturwandel" an diesen Arealen zu bewältigen. Er schielt vor allem auf die Schaffung von Wohnraum, um neuen Bedarfen gerecht zu werden.

"Menschen über 50 verlassen die Stadt. Das tun sie, weil ihnen hier wohl etwas fehlt, dem müssen wir entgegen wirken. Mit Innenstadtnahem, barrierefreien und attraktivem Wohnraum zum Beispiel." Auch ein viertes Areal ist im Gespräch, aber noch nicht konkret. Die Entwicklungsstrategen haben bei der Vergabe die Dringlichkeit in Heiligenhaus erkannt. Flügge sieht den Prozess sportlich: "Städtebau ist kein 100 Meter-Sprint, sondern ein Marathon."

Quelle: RP
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