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Ratingen/Mettmann
Landwirte sind sauer wegen wilder Müllkippen

Ratingen/Mettmann. Wilde Müllkippen sind nicht nur ein Ärgernis, sondern auch eine Gefährdung für Mensch und Umwelt. Der Hegering Hubbelrath versucht seit Jahren der Lage Herr zu werden. Von Christian Barra

Die Stelle an der L 239 zwischen dem Schwarzbachtal und Mettmann ist mit dem Auto leicht zu erreichen. Selbst am Tag ist hier kaum jemand anzutreffen. "So hat sich der Hang zu einer Abladestelle für Sperr- und Sondermüll und oftmals auch giftige Substanzen entwickelt", beschreibt Gerd Spiecker die Lage. Er ist Vorsitzender des Hegerings Hubbelrath, der insbesondere im Frühjahr und im Herbst mit einigen Helfern unterwegs ist, um illegale Müllkippen wie die an der L 239 zu beseitigen. "Leider lassen sich einige Menschen nicht davon abhalten, ihren Müll einfach in der Landschaft zu entsorgen", so Spiecker.

Eine Gefährdung entsteht hierbei nicht nur für die Wildtiere. "Es ist mehrfach vorgekommen, dass der Müll den Hang hinabrollt und die teuren Maschinen der Landwirte beschädigt", betont Christian Benninghoven, selbst betroffener Landwirt aus Ratingen. Blickt man den Hang hinab, dann entdeckt man neben üblichem Sperrmüll auch kuriose Dinge, denen man sich kurzerhand entledigt hat: "Toiletten, Autoreifen, sogar Bierfässer wurden einfach über die Leitplanke geworfen", sagt Gerd Spiecker. Insbesondere die illegale Entsorgung von giftigen Substanzen wie Altöl, Farben und Lacken sei für die Umwelt und insbesondere für das Grundwasser ein ernstzunehmendes Problem. "Man nimmt das mutwillig in Kauf, um ein paar Euro für die fachgerechte Entsorgung zu sparen", erklärt der Vorsitzende des Hegerings und betont die gute Zusammenarbeit mit dem Baubetriebshof in Mettmann. "Dort ist man für die Unterstützung natürlich dankbar. Wir können den gesammelten Müll per Traktor kostenfrei dort abladen", betont Gerd Spiecker. Dass man als Hegering und Mitglied der Kreisjägerschaft Düsseldorf-Mettmann auf die Brutzeiten der Wildtiere achte, sei selbstverständlich. "Deshalb sind wir vor allem im Februar und im Spätherbst unterwegs, um solche Müllkippen zu beseitigen, Gewässer zu reinigen und gefährliche Substanzen zu entsorgen." Die Verursacher dieser Müllkippen rechtlich zu belangen, ist schwer. Manchmal könne man aber durch Beschriftungen und sogar Unterlagen, die sich zwischen dem Müll befinden, einen der Übeltäter ermitteln.

Quelle: RP
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