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Heiligenhaus
Leichtbauhallen für 1000 Flüchtlinge

Heiligenhaus: Leichtbauhallen für 1000 Flüchtlinge
Bürgermeister Jan Heinisch und die Bezirksregierung informierten in der Kant-Aula. FOTO: dietrich janicki
Heiligenhaus. Kaum noch freie Stühle gab es bei der Informationsveranstaltung zur Errichtung einer neuen Landesunterkunft. Von Sandra Kreilmann

Etwa zur Mitte des Jahres wird auf dem ehemaligen und bisher brach liegenden Gelände des ehemaligen Bundeswehrdepots an der Talburgstraße eine Zentrale Unterbringungseinheit, kurz ZUE, für bis zu 1000 Flüchtlinge bezugsbereit sein. Flüchtlinge werden hier ungefähr zwei bis drei Wochen verbringen und dann weiter auf die Kommunen in NRW verteilt. Die Unterkunft ist seit einem Monat in der aktiven Planungsphase, die Sorgen der Anwohner aus der Wassermangel, einem reinen Wohngebiet, aber schon jetzt groß.

Das Land NRW als Mieter und Betreiber der Einrichtung hat deswegen mit Beteiligung der Stadt am Montag zu einer ersten frühen Informationsgelegenheit geladen. Regierungsvizepräsident Roland Schlapka sowie Projektleiterin Dr. Ina Bartmann beantworteten gemeinsam mit Bürgermeister Jan Heinisch Fragen zum Prozedere. Die Stimmung in der sehr gut besuchten Aula war durchaus angeheizt, kritische und besorgte Fragen wechselten sich mit Verständnis ab. "Grundsätzlich wird Platz sein für 1000 Flüchtlinge, aber das muss nicht heißen, dass die Unterkunft immer komplett voll sein wird", erklärt Schlapka.

Geplant ist die Unterkunft der nicht besonders langlebigen Leichtbauhallen für "bis zu zwei Jahre. Danach müssen wir mal schauen, wie sich die Lage verändert hat." Allen voran galt es, Missverständnisse auszuräumen: "Das Land betreibt diese Einrichtung und ist auch vollständig für die Finanzierung zuständig, wie das schon jetzt bei der Einrichtung in der ehemaligen Sportfeldschule ist, die dann geschlossen wird", betonte der Bürgermeister. Der Heiligenhauser Haushalt wird nicht belastet; die Zahl der Flüchtlinge, die in der Großunterkunft leben, werden aber der Stadt angerechnet.

Heinisch: "Ohne die Großunterkunft hätte die Stadt in diesem Jahr schätzungsweise mindestens weitere 700 Flüchtlinge aufnehmen müssen." Es wird auf dem Gelände der zukünftigen Großunterkunft Wohn- und Aufenthaltsräume geben, sowie einen 24-Stunden soziale Betreuung und einen Sicherheitsdienst, der auch Pförtnerposten an den Eingängen übernimmt. Dies ist in der städtischen Unterkunft an der Ludgerusstraße nicht der Fall. Wie sich auf der Informationsveranstaltung zeigte, gestaltet sich deswegen die Kommunikation zwischen Stadt und Anwohnern an der Ludgerusstraße schwierig.

So habe es, erklärte ein Anwohner, an der Ludgerusstraße Nachbarn gegeben, die ihr Grundstück einzäunen mussten, weil sich Flüchtlingsheimbewohner der städtischen Unterkunft auf deren Grundstücken bewegten. Ein Anwohner der Landesunterkunft Sportfeldschule, erklärte jedoch: "Wenn die Betreuung auf dem Bundeswehrdepot genauso gut funktioniert wie nun schon an der ehemaligen Sportfeldschule, dann mache ich mir keine Sorgen." Auch Polizeidirektor Rolf-Peter Hoppe antwortet auf Sicherheitsbedenken der Bürger: "Die Heiligenhauser Wache ist zwar nicht rund um die Uhr besetzt, es sind die Streifenwagen, die Dienst tun.

Die Situation ist nicht exorbitant gefährlich. Aber wir wissen um Ihre Ängste und können so unsere Arbeit gestalten." Heinisch: "Wir ignorieren nicht, dass es Probleme gibt, aber wir müssen dem Thema angemessen begegnen, auch in den Formulierungen. "

Quelle: RP
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