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Postskriptum Diese Woche In Unserer Stadt
Letzter Kampf um die Zeder

Ratingen. Bald soll und muss die alte Zeder im Poensgenpark gefällt werden - was die Stadt gestern offiziell verkündet und in einem langen Schreiben begründet hat. Das breite Bündnis gegen die geplante Aktion holt jetzt noch einmal zum Rundumschlag aus. Nun meldet sich Andreas Lammert, der Vorsitzende der Ortsgruppe Ratingen beim Bund für Umwelt und Naturschutz, in einem Schreiben an Bürgermeister Klaus Pesch zu Wort.

Als Vertreter eines großen gesetzlich anerkannten Umwelt- und Naturschutzverbandes möchte er darum bitten, die Notwendigkeit dieser Maßnahme noch einmal zu überprüfen. Auch wenn man bereits nach der Erstellung eines Gutachtens und Abstimmung in den städtischen Gremien zu einer Meinung gekommen ist, will er dennoch an die Stadt appellieren, die Fällung der Zeder zumindest für ein Jahr lang aufzuschieben und das Ergebnis weiterer Untersuchungen abzuwarten. Die Maßnahmen in der Parkanlage verursachten dort dauerhaft eine deutlich nachteilige Veränderung des Landschaftsbildes und "widersprechen dem Ziel der Landschaftspflege und dem Denkmalschutz des Geländes um die Wasserburg Haus zum Haus", so Lammert. Er sieht die Standfestigkeit der Zeder für die kommenden Jahre als nicht gefährdet, hat der Baum doch dem Orkan Ela und einer umgekippten Kastanie 2014 standgehalten, die in diese Zeder gekracht war. Der Baum habe zwar einen starken Pilzbefall und sei krank, aber die Krone sei voll intakt, was an der gesunden blau-grünen Farbe seiner Kiefernnadeln flächendeckend zu sehen sei. Die Atlas-Zeder wurde 2013 in die Rote Liste der gefährdeten Pflanzenarten aufgenommen. Gute Argumente also für den Erhalt.

Nun meldete sich auch noch die Fraktion der Grünen zu Wort: Man möge die Fällung des Baums nicht durch Sägearbeiten von oben nach unten vornehmen, sondern direkt mit einem Zugversuch beginnen. Ist der Baum dann nicht standfest (genug), wird die Fällung fortgesetzt. Zeigt er sich standfest, bleibt er stehen. Fraktionschef Hermann Pöhling: "Dieses Vorgehen halten wir für geeignet, den Konflikt um die Zeder zielführend zu beenden." Die Stadt sieht das anders. Der Kampf um die Zeder ist vorbei - endgültig.

norbert.kleeberg@rheinische-post.de

Quelle: RP
 
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