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Lintorf
Lintorf wartet auf die Unterführung

Lintorf: Lintorf wartet auf die Unterführung
Der letzte Bahnübergang im Lintorf bleibt den Bürgern noch lange erhalten. Mit dem Bau der Unterführung lassen sich Bahn und Straßen.NRW weiter Zeit. Solange bleiben Staus an der Tagesordnung. FOTO: Achim Blazy
Lintorf. Eigentlich sollte der der Bau der Unterführung schon 2016 beginnen. Nun soll der Bau frühestens 2019 starten. Von Joachim Preuss

Es ist still geworden um den Bau der Unterführung am Konrad-Adenauer-Platz: Das letzte der ehemals drei Nadelöhre an der Güterzugstrecke sollte eigentlich ab 2016 beseitigt werden. Doch still ruht der See, seitdem vor etwa drei Jahren in Bürgerrunden an Detailänderungen für die Rad- und Gehwege gefeilt worden war. Derweil warten die Bürger in Lintorf dringend auf die Entlastung durch die Unterführung: Denn zeitgleich sollte so eine Art "Bypass" die City vom unerträglichen Verkehr entlasten. Vom alten Bahnübergang Tiefenbroicher Straße sollte parallel zur Bahnstrecke eine Straße direkt in die Unterführung am Konrad-Adenauer Platz führen. "Das würde die Lintorfer Innenstadt vor allem vom Lastwagenverkehr enorm entlasten", so Ulrich Neck. Er beschäftigt sich seit Anfang/Mitte der 80er Jahre mit der Unterführung. Laut Straßen NRW sei nun mit einem Baugebinn "frühestens 2019" zu rechnen.

Die jetzige Planung ist nicht zuletzt durch das Engagement vieler Lintorfer zustande gekommen. Ursprünglich, so erinnert sich Neck, sei am Konrad-Adenauer-Platz als Ersatz für den oft geschlossenen Bahnübergang nur ein Fußgängertunnel vorgesehen gewesen. Wegen der Enge und Länge und nicht zuletzt aus "hygienischen Gründen" stieß das Vorhaben auf große Ablehnung. Der Verkehr sollte westlich der Bahnstrecke ab Tiefenbroicher Straße gen Düsseldorf geleitet werden. Auch das wurde abgelehnt. Neck gründete eine Bürgerinitiative: Gemeinsam mit den Planern von Stadt, Landestraßenamt und Bahn wurde eine neue Linienführung ausgetüftelt: Sie entspricht der vor etwa drei Jahren endgültig beschlossenen Planung. Neck erinnert sich besonders an Sigurd Franke, der als damaliger Verwaltungschef des Fliedner-Krankenhauses sich sehr für die Linienänderung eingesetzt habe. Nachdem zuletzt an den Höhen der Rad- und Gehwege sowie an den Rampen geschraubt worden war - Pfarrer Frank Wächtershäuser hatte damals den Bürgerprotest "Tunnel mit Tücken" angeführt - kehrte schnell Ruhe ein. Die endgültigen Pläne wurden verabschiedet, seitdem tut sich nichts mehr. Der Bau der Unterführung taugte noch nicht einmal als Wahlkampfthema.

Zuletzt hatte sich der damalige Erste Beigeordnete und heutige Bürgermeister Klaus Konrad Pesch im Jahre 2013 für Unterführung eingesetzt. Er bot seinerzeit Straßen.NRW Hilfe bei der Planung an, besonders in Sachen Barrierefreiheit. Die möglichen Steigungen zu beiden Seiten der Unterführung waren heftig diskutiert worden. Der Übergang ist derzeit die letzte Stelle, an der man ebenerdig die Bahn überqueren kann. Damals hieß es, die Planungen würden nun forciert, sie sollten bis 2014 dem zuständigen Eisenbahnbundesamt vorgelegt werden. Daraus ergab sich ein möglicher Baubeginn ab 2016. Bekanntlich hatte man das Thema Barrierefreiheit bei einem ähnlichen Projekt am Bahnhof Hösel völlig außer Acht gelassen, weil es zum Zeitpunkt der Planfeststellung noch kein Gleichstellungsgesetz gab. Trotz aller frühzeitigen Warnungen aus Bürgerschaft und Politik hielten Bahn und Straßen NRW an den alten Plänen fest. Eine solche Fehlplanung wollte die Stadt in Lintorf offenbar ausschließen. Die Barrierefreiheit sei aus Sicht der Stadt von "zentraler Bedeutung", betonte Pesch damals. In der Unterführung sollen Rad- und Gehwege höher als die Straße angelegt werden.

Nach Meinung von Ulrich Neck hätte die Unterführung längst gebaut werden können: Doch die Wiedervereinigung habe alle Pläne zunichte gemacht: Gelder seien allesamt in den Aufbau Ost geflossen.

Zum Thema Baugebinn sagte Wilhelm Kuypers, Sprecher von Straßen.NRW, dass mit einem Baugebinn "frühestens 2019" zu rechnen sei. "Wir sind derzeit in der Vorentwurfsphase." Es gehe immerhin um ein Projekt, das über 20 Millionen Euro koste.

Quelle: RP
 
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