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Lintorf
Lintorfer Fest war eine runde Sache

Lintorf. Zwei Tage lang gab es auf der Anlage an der Jahnstraße ein buntes Programm zugunsten der Flüchtlingshilfe. Von Monika von Kürten

Fußball verbindet und macht einfach Spaß. Die beiden Somalis Hanad (18) und Achmed (17) spielten für die "Angerstraßen-Kicker", eine der vier teilnehmenden Mannschaften, die komplett aus jungen Ratinger Flüchtlingen bestand. Begeistert verließen sie das Spielfeld nach einem 4:1-Sieg.

"Ich finde das Turnier toll. Wir haben alle viel Spaß. Auch wenn die Fußballregeln hier etwas strenger sind als in Somalia. Wir haben schon einige Spiele gewonnen, vielleicht gewinnen wir ja auch die Reise nach Berlin", hoffte Hanad. Die teilnehmenden Mannschaften hatten aus der Presse von dem Benefizturnier erfahren und sich bei den Veranstaltern beworben. Sie wurden in drei Gruppen eingeteilt. Für jeden Gruppensieger winkte eine von Peter Beyer (CDU) und Kerstin Griese (SPD) gestiftete Reise in die Bundeshauptstadt.

"Für die jungen Flüchtlinge ist diese Veranstaltung sehr wichtig. In ihren Heimatländern und auf der Flucht haben sie viel mitgemacht, was erst einmal verarbeitet und bewältigt werden muss. Hier haben sie Abwechslung und die Möglichkeit, einmal zwei Tage lang ihre Sorgen in den Hintergrund treten zu lassen. Und was sehr schön ist, sie spielen begeistert und gemeinsam als Team miteinander, obwohl sie aus den unterschiedlichen Nationen und Richtungen des Islams kommen", sagte Rukan Yesilmen, eine der Betreuerinnen der "Angerstraßen-Kicker".

Nicht nur die Spieler der Flüchtlingsmannschaften hatten ihren Spaß. "Als ich von der Benefizveranstaltung gelesen habe, hatte ich gleich meine Freunde mobilisiert, und wir haben uns angemeldet. Denn das ist eine tolle Sache, da wollten wir auch mitmachen", sagte Niklas Theisen von "Ajax Dauerstramm", eine Gruppe mit Hobbykickern aus Lintorf. Sie hatten sich extra für das Turnier T-Shirts drucken lassen. Es stand aber nicht nur Fußball auf dem Programm. Auf einer LED-Video-Leinwand wurden Interviews mit Flüchtlingen gezeigt, die Mitglieder des Jugendrates mit ihnen in den Unterkünften geführt hatten. Die jungen Leute sprachen dabei über ihre Flucht und das Ankommen in Deutschland sowie ihre Zukunftspläne. Auch Interviews mit Besuchern der Veranstaltungen wurden über den Tag verteilt an der Leinwand gezeigt. Moderiert wurde das gesamte Aktionswochenende von Samuel Awasum, Vorsitzender des Integrationsrates der Stadt.

Am Samstagabend spielte die Düsseldofer Cover-Band "Halber Liter". In gemütlichen Runden standen die Zuhörer an den Stehtischen oder saßen an den Tischen, ließen einen schönen Sommerabend bei kühlen Getränken ausklingen und genossen dabei die gute Musik. Die bekannten Lieder aus der Rock- und Popszene luden sie zum Mitsingen und Mitwippen ein.

Gestern Abend gab es ein Public Viewing des EM-Endspieles auf der vier mal sechs Meter großen LED-Leinwand. Die Organisatoren waren stolz darauf, als einzige in Ratingen eine Lizenz dafür bekommen zu haben.

"Wir möchten an diesem Wochenende gemeinsam Fußball spielen und schauen und Musik hören. Wir möchten mit Vorurteilen aufräumen und geraden den jungen Leuten helfen, die vor Krieg, Hunger, Gewalt und Verfolgung aus ihrer Heimat geflohen sind und hier auf eine völlig andere Kultur stoßen. Integration kann gelingen, wenn beide Seiten auf einander zugehen", sagte Organisatorin Melanie Meyer. Sie bedankte sich bei allen Ratinger Unternehmen, der Stadt und allen helfenden Händen, die diese Veranstaltung überhaupt möglich gemacht haben. Auch wenn trotz optimaler Voraussetzung die Besucherzahlen vor allem am Samstag niedrig ausfielen, waren die Organisatoren zufrieden mit dem "Anstoß zur Integration".

Quelle: RP
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