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Lintorf
Lintorfer Talente lieben ihr Theater

Lintorf: Lintorfer Talente lieben ihr Theater
In ihrem neuen selbst geschriebenen Stück stellen die jungen Schauspieler die Frage nach dem Sinn des Lebens. FOTO: Achim Blazy
Lintorf. Schon seit 30 Jahren bietet das Kopernikus-Gymnasium eine Bühne für Schüler-Schauspieler. Zum Schuljahresende präsentierte das aktuelle Ensemble sein zweites selbst geschriebenes Stück - eine Collage über den Sinn des Lebens. Von Monika von Kürten

Mit Goethes "Faust" traten die jungen Schauspieler erstmals im Ratinger Stadttheater auf. Gründungsmitglied Dirk Holtkamp, damals Schüler am Kopernikus Gymnasium (KGL), erinnert sich gernean die Anfänge. "Der Lehrer, der seinerzeit die AG ins Leben rief, hatte die Gruppe schnell wieder verlassen, da er mit der Wahl des Stückes nicht einverstanden war. Darum wurde von uns Schülern alles selber erarbeitet, organisiert, geplant, auch Kostüme, Bühnenbild und Technik. Erst zum Schluss wurden ein paar Lehrer mit ins Boot genommen, weil wir schlichtweg noch ein paar Darsteller brauchten. Alle Mühen hatten sich gelohnt. Insgesamt fünf Vorstellungen lockten weit über 2000 Zuschauer an", erzählt er.

Unter dem Namen "ExperimentierTheater", den der spätere Leiter und Lehrer Ignatius Kordecki prägte, brachte die Truppe seitdem Hochgeistiges, Klassisches, Modernes, Politisches, Lehrreiches und zuletzt auch selbst Geschriebenes auf die Bühne und leistet damit einen wertvollen Beitrag zur Lokalkultur in Ratingen. Es gab in dieser Zeit mehrere Leiter des ExperimentierTheaters, bis 2007 Holtkamp, der die Gruppe nach seiner Abiturprüfung verlassen hatte, als neuer Regisseur mit viel eigener Theatererfahrung wieder an das KGL zurückkehrte und die Gruppe gemeinsam mit Lehrer Klaus Wansleben leitet. "Es gibt glaube ich keine Schule in Ratingen, die auf eine so lange Theatertradition zurückblicken kann", sagt er stolz.

"Ohne den selbstlosen Einsatz der Organisatoren, Lehrer und natürlich auch der Schule, die der Theater AG mit Räumlichkeiten und Personal ihr Dasein ermöglicht hat, wäre ein dreißigjähriges Bestehen wohl kaum zustande gekommen. Die Theaterleitung ist seit jeher mit viel Herzblut dabei, hält die Truppe zusammen und investiert eine Menge Zeit und Verstand in die Planung und die Rekrutierung neuer Mitglieder" - so erklärt Florian Löhnhardt das erfolgreiche Bestehen der Theatergruppe. Er stand bis zu seinem Abitur mehrere Jahre mit dem ExperimentierTheater auf der Bühne und verdankte dieser Zeit eine Menge Spaß, viele Freunde und ließ sich durch die Lehrer, die sich für das Theaterspielen engagierten, inspirieren, selber auf das Lehramt hin zu studieren. "Das ExperimentierTheater ist eigentlich ein Selbstläufer. Jede neue Inszenierung macht Reklame für das nächste Stück, sowohl seitens der Zuschauer als auch der Schauspieler. In jedem Jahr verlassen die "Großen" die Truppe und Neue kommen wieder hinzu. Viele von ihnen bleiben bis zu Ihrem Abitur dabei. Da ist es schön, zu beobachten, wie sie sich entwickeln. Die Schüler profitieren vom Theaterspielen, sie lernen sicheres Auftreten, zu improvisieren und sich aus vielen Situationen zumindest verbal zu retten", sagt Wansleben. Und was die Schüler an Kreativität zu bieten haben, zeigte sich bei ihrem diesjährigen Stück zum Bühnenjubiläum. Die Ensemblemitglieder griffen selber zur Feder und stellten sich in ihrem zweiten komplett selbst geschriebenem Kollagen-Theaterstück die Frage nach dem Sinn (und Unsinn) des Lebens.

Die Gedanken, die den Schülern zu dieser ewigen Frage kamen, erstaunten nicht nur Wansleben und Holtkamp, sondern auch das begeisterte Publikum bei jeder Szene aufs Neue.

Quelle: RP
 
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