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Heiligenhaus
Ludgerustreff zeigt Film über die Nazizeit

Heiligenhaus. Gesamtschüler haben für ihre Dokumentation "Heil Heiligenhaus" Zeitzeugen in der Stadt befragt.

Anlässlich des Projektthemas 2016 "Interkulturelle Begegnung" im Ludgerustreff hat Ruth Ortlinghaus im September Besucher über den jüdischen Friedhof geführt. Hierbei wurde auch der Film "Heil Heiligenhaus" angesprochen - eine vor Jahren vorgestellte Dokumentation der Zeit des Nationalsozialismus in der Stadt.

Wie war das damals im Dritten Reich, als Naziparolen auch in Heiligenhaus durch die Straßen hallten, Juden verfolgt wurden und die Sirenen die feindlichen Flieger ankündigten? So fragen Jahr für Jahr die Bürger im dunklen Monat November, rund um den Volkstrauertag. Diesen Fragen gingen vor einigen Jahren auch Schüler der zwölften Jahrgangsstufe der Gesamtschule für ihren Film nach. Unter fachkundiger Leitung produzierten sie den Film "Heil Heiligenhaus, Kindheit und Jugend in Heiligenhaus ". Entstanden ist ein bewegender, beklemmender, aber künstlerisch und informativ wertvoller Film, dem man auch im Hinblick auf das "Nie wieder" weite Verbreitung wünscht. Die Dokumentation verbindet eindrucksvoll Zeugeninterviews mit Archivmaterial.

Diese Symbiose gibt ein authentisches Bild des Dritten Reiches innerhalb einer Kleinstadt, beeindruckend authentisch, auch dank der Ehrlichkeit der Heiligenhauser Zeitzeugen, ob positiv oder negativ gegenüber dem Regime. Aus den Berichten geht klar hervor, dass die "deutschen Mädchen" auf ihren Beruf als Hausfrau und Mutter ausgebildet wurden in Treue zu Adolf Hitler. Die Jungen wurden bereits ab zwölf Jahren durch Übung mit Handgranaten und später als Flakhelfer gedrillt und unbarmherzig auf den Krieg vorbereitet. Spurensuche betrieben die Jugendlichen auch im Hinblick auf die 24 lebenden Bürger mosaischen Glaubens, die bis zur Pogromnacht in Heiligenhaus lebten. Zur mahnenden Erinnerung zeigt der Ludgerustreff in Kooperation mit dem Stadtmarketing Arbeitskreis Kultur und Gesellschaft den Film am Mittwoch, 16. November, ab 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. Für eine bessere Planung wird um Anmeldung gebeten. Ludgerustreff, Ingrid Niering, Tel. 02056 21189, oder ludgerustreff@gmx.de.

Quelle: RP
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