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Ratingen
Mehr Lärmschutz für den Felderhof

Ratingen: Mehr Lärmschutz für den Felderhof
Auf diesem 12 Hektar großen Areal sollen Häuser entstehen, es handelt sich um das Felderhof II-Projekt. Beim Lärmschutz gibt es strenge Auflagen. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Das Wohnprojekt verschiebt sich. Im September muss der Rat über die erneute Offenlage der Pläne entscheiden. Von Norbert Kleeberg

WEST Jedes Dezibel zählt - erst recht beim großen Wohnprojekt Felderhof II, das zu den letzten Baumaßnahmen dieser Größenordnung in Ratingen gehört. Doch das für die Stadt so wichtige Projekt gerät noch einmal ins Stocken, wie Bürgermeister Klaus Konrad Pesch jetzt im RP-Sommergespräch berichtete. Grund: Die Deutsche Bahn verliert aufgrund aktueller Gesetzgebung eine Art Bonus bei der Lärmbelastung durch den Schienenverkehr - und zwar um fünf Dezibel. Das bedeutet: Die Lärmschutzwand, die an die Häuser grenzt, wird höchstwahrscheinlich einen Meter höher ausfallen. Die Folge: Es muss eine erneute Offenlage der bautechnischen Pläne geben, darüber kann der Rat frühestens im September entscheiden. Pesch hat sich in dieser Sache mit seinem Baudezernenten Jochen Kral besprochen.

Gesundheitsgefahren für die neuen Anwohner und ein erhöhtes Sicherheitsrisiko entlang der Bahnstrecke gehören zu den wesentlichen Kritikpunkten, die der Kreisverband des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) mit Blick auf das umstrittene Felderhof II-Projekt anführt. Hans Jörgens, promovierter Physiker, ist Sprecher des Vorstandes des Kreisverbandes für die Region Düsseldorf/Mettmann/Neuss. Der VCD hat eine Stellungnahme mit Einwänden zum neuen Entwurf des Bebauungsplanes SW 263 abgegeben. In einem mehrseitigen Schreiben, das unserer Zeitung vorliegt, geht der VCD unter anderem auf die Gefahren durch mehr Bahnlärm ein.

Das neue Siedlungsgebiet liege unmittelbar an der Hauptstrecke 2324 der Deutschen Bahn, auf der es nach der Fertigstellung der Teilstrecke zwischen Emmerich und Oberhausen noch mehr Güterverkehr geben werde. Die Lärmbelastung nehme deutlich zu, "es ergeben sich nicht akzeptable Störungen vor allem der Nachtruhe". In einem Gutachten sei die Höchstgeschwindigkeit der Güterzüge mit 90 km/h angegeben, das Verkehrsunternehmen könnte die Leistungsfähigkeit der Strecke erhöhen, indem man ein Höchsttempo von 120 km/h ermöglicht. Jörgens betont: "Die Bahn kann das eigenmächtig tun, es ist dafür kein Genehmigungsverfahren erforderlich." Probleme sieht der VCD auch beim Schallschutz: Im "Schalltechnischen Gutachten" würden nur hohe Schallschutzwände in einigem Abstand vom Bahngelände diskutiert, es gebe aber heute alternative Lösungen wie etwa Schienenstegdämpfer und niedrige Lärmschutzwände unmittelbar am Gleis. Der VCD empfiehlt, diese Möglichkeiten gutachterlich überprüfen zu lassen.

Es gibt ein umfangreiches Maßnahmenkonzept zum Immissionsschutz: So wird entlang der Bahntrasse eine Schallschutzwand gebaut. Loggien und Balkone entlang der Trasse sind ausgeschlossen, es sind deutliche Einschränkungen bei der Nutzung von Aufenthaltsräumen in den Dachgeschossen vorgesehen. Bauherr InDor wird sich zu großen Teilen an der Finanzierung der Schallschutzmaßnahmen (inklusive Wand) beteiligen. Das Konzept wurde in den Bebauungsplan integriert. Dies hat man bei einer Info-Veranstaltung bereits erklärt.

Quelle: RP
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