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Ratingen
Meyer bringt frischen Wind in die CDU

Ratingen: Meyer bringt frischen Wind in die CDU
Melanie Meyer hat den Bürger-Dialog (Arbeitskreise zu unterschiedlichen Themen) ins Leben gerufen. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Die Kunsthistorikerin ist seit einem Jahr Chefin der Christdemokraten. Wichtige Themen: Integration und Sicherheit. Die Parteibasis stütze die Merkel-Politik, sagt sie. Es gebe keine Austritte wie in anderen Städten. Von Norbert Kleeberg

Melanie Meyer ist längst angekommen - im Amt und auch bei ihren Skeptikern, die ihr diesen Job nicht zugetraut haben. Zu unerfahren, vielleicht sogar zu jung für diese Position an der Spitze der Ratinger CDU: So lauteten die diffusen Vorbehalte.

Fakt ist: Die 38-jährige Kunsthistorikerin hat frischen Wind in die Partei gebracht, in der es wegen der sehr selbstbewussten Ortsverbände immer wieder zu Konflikten gekommen ist. Doch mittlerweile kann sich Meyer zu großen Teilen der Sacharbeit widmen und sich auf die Erfahrung wichtiger Kollegen wie Wolfgang Diedrich, Stefan Heins, Ewald Vielhaus, Gerold Fahr, Rolf Steuwe und Tatjana Pfotenhauer stützen.

Ibrahim Al Shehabi hat sich für die liebenswürdige Aufnahme in Hösel bedankt.

Diedrich ist Vorsitzender der CDU Mitte, hält engen Kontakt zur Stadtverbands-Vorsitzenden und ist ein Mann des Ausgleichs. Meyer und Diedrich, der Routinier, tauschen sich regelmäßig aus. Es ist sozusagen ein politischer Generationen-Treff.

Sacharbeit - dies bedeutet vor allem, den Austausch mit den Bürgern zu vertiefen. Dies geschieht in Form von Arbeitskreisen ("Bürgerdialog"), die Meyer unter Mitwirkung namhafter Referenten wie Landrat Thomas Hendele (CDU) installiert hat.

Sie ist Leiterin des Büros des Bundestagsabgeordneten Peter Beyer, der im fernen Berlin Politik fürs große Ganze macht. Meyer hat sich in ihrer Parteifunktion um die Basis zu kümmern. Und das tut sie. Zwei Themen rücken dabei in den Vordergrund: Es geht um die Integration von Flüchtlingen, aber auch um die kontrollierte Begrenzung des Zuzugs. "Flüchtlinge aus Syrien wohnen bei mir im Haus, ich weiß, wie schwierig es ist, sich in Deutschland zurechtzufinden", unterstreicht die CDU-Chefin, die eine Politik der Abschottung rigoros ablehnt. "Und eine Bürgerwehr kann keine Lösung sein", betont sie mit Blick auf die Folgen der Übergriffe in Köln. In Düsseldorf hat sich eine Bürgerwehr gegründet (die RP berichtete).

560 Mitglieder hat die Ratinger CDU zurzeit und gehört damit zu den größten Stadtverbänden im Kreis Mettmann. Was Meyer beeindruckt: Es gab wegen der Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel keine Austritte. In Langenfeld sei dies zum Beispiel der Fall gewesen, erzählt sie.

Und wie sieht sie die politische Entwicklung in Ratingen? Für Angela Diehl, die Vorsitzende der Bürger Union, hat sie ein großes Lob parat. Sie mache einen guten Job, urteilt Meyer, sie wirke manchmal sehr hart in der Sache, aber dies gehöre im politischen Tagesgeschäft auch dazu. Ob es irgendwann eine Annäherung zwischen BU (die ja aus der CDU entstanden ist) und den Christdemokraten geben wird? Meyer lässt sich da nicht aus der Deckung locken, doch bei einigen Sachthemen habe man schon starke Übereinstimmungen festgestellt, urteilt sie. Diehl und Meyer, die beide in Lintorf zuhause sind, respektieren sich. Nicht die schlechteste Basis.

Quelle: RP
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