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Heiligenhaus
Mit guten Ideen gegen die Suchtgefahr

Heiligenhaus: Mit guten Ideen gegen die Suchtgefahr
Schüler-Kunstwerke beschäftigen sich mit den Gefahren des Alkoholmissbrauchs. Die Erwachsenen-Jury wird die besten prämieren. FOTO: Achim Blazy
Heiligenhaus. "Kunst statt Koma" – Jugendamt, Diakonie und Schulen beteiligen sich an einer Aktionswoche gegen Alkoholmissbrauch. Von Sandra Kreilmann

"Je früher man mit regelmäßigem Alkoholkonsum beginnt, desto größer ist die Gefahr süchtig zu werden", sagt Sandra Heinsch. Sie ist Suchtberaterin bei der Diakonie Niederberg und berät immer mehr und immer jünger werdende Klienten. Warum die Hilfesuchenden immer jünger werden? Eine eindeutige Antwort hat sie nicht. "Hohe Belastung durch Schulstress oder Probleme im Elternhaus sind häufig Gründe dafür. Denn nicht jeder wird süchtig. Wer in einem instabilen Umfeld lebt, ist besonders gefährdet." Umso wichtiger ist die Aufklärung über mögliche Folgen des Konsums.

An der bundesweiten Aktionswoche "Alkohol", die in diesem Jahr zum vierten Mal und unter dem Credo "Alkohol? Weniger ist besser!" steht, beteiligt sich deshalb auch das Jugendamt in Kooperation mit der Fachstelle "Sucht" der Diakonie. Mit dem Projekt "Kunst statt Koma" rückten Gesamt- und Realschüler die Gefahren in den Vordergrund. Acht Kunstwerke haben die Acht- und Neuntklässler geschaffen, in der sie sich mit dem Thema auseinander setzen.

Die Schulsozialarbeiter Martin Rogge (Gesamtschule) und Dennis Siever (Realschule) berichteten, dass das Thema ohnehin in den Schule behandelt werde und Fragen dazu immer wieder aufgeworfen werden. Die Werke sind allesamt während der Aktionswoche von 25. Mai bis 2. Juni im Arthouse in der Rathauspassage zu sehen. Und so gehört auch die Künstlerin Birgitt Haag zu einer Jury, bestehend aus den Schulsozialarbeitern und Mitarbeitern vom Jugendamt, die die besten Bilder prämieren wollen. "Die Künstler der vier Gewinnerbilder gewinnen mit ihren Klassen das Theaterstück "Alkohölle" des "Theaterspiel' Witten" am 29. Mai", erklärt Organisatorin Gabriele Eisenkopf. Nicht zuletzt auch die Werbung für die sogenannten Alkopops wird in diesem Stück thematisiert. Für die Klasse des besten Bildes gibt es zudem 100 Euro für die Klassenkasse. Das Geld könnte unfreiwillig von Geschäften kommen. Denn mit Testkäufen wird wieder getestet, ob sich die Verkaufsstellen an den Jugendschutz halten und keine alkoholischen Getränke an unter 18-Jährige ausgeben. Bei den letzten Aktionen stieß man dort auf Betrübliches: "Einige Betriebe verkauften Bier, Wein Schnaps an Jugendliche", sagt Eisenkopf. Mit einer weiteren Aktion, "Kultur statt Koma", will man nicht nur das Stadtfest nutzen, das in die Aktionswoche fällt, und an Ständen für den umsichtigen Umgang mit Alkohol werben. "Natürlich soll auch an den Ständen kein Alkohol an Jugendliche ausgeschenkt werden. Mit Plakaten und Informationen soll aufgefordert werden, im eigenen Umfeld ein Auge auf Alkoholkonsum junger Leute zu haben. "Wichtig ist, dass Eltern sich interessieren und nicht resignieren", so Eisenkopf."

(RP/ac)
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