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Ratingen
Mit Herz und Verstand gesund leben

Ratingen. Was sich präventiv gegen koronare Herzerkrankung und Herzinfarkt tun lässt, darüber informiert ein Fachtag. Von Valeska von Dolega

60 bis 80 mal schlägt es in der Minute. Das sind etwa 100.000 Schläge täglich. Rechnet man das aufs Jahr plus die derzeit durchschnittliche Lebenserwartung von etwa 80 Jahren, "kommt da einiges zusammen", wie Dr. Karl-Friedrich Schmitz weiß. Als Kardiologe ist er Fachmann für Herzensangelegenheiten und weiß, wie man dieses wichtige Organ schützt und bei Erkrankung behandelt.

"Der Herzmuskel muss viel leisten", ist so etwas wie der Motor des Körpers. Und ohne diesen Muskel, der fünf bis sechs Liter Blut pro Minute pumpt, geht gar nichts. "Das Gefährlichste sind Erkrankungen der Herzkranzgefäße", damit die lebenslänglich fehlerfrei arbeiten, gibt es wirksamen Schutz. Das eine ist die Ernährung. Nach gegenwärtigem Stand der Wissenschaft empfehlen Herzkenner die sogenannte mediterrane Küche. Raps- oder Olivenöl, viel frisches Gemüse und Obst der Saison zusammen mit Abwechslung in Sachen (viel) Fisch und (weniger) Fleisch haben sich als zuträglich erwiesen. Das Übermaß an Butter oder Sahne hingegen sollte möglichst vom Speiseplan gestrichen werden.

"Der Herzmuskel muss gefordert werden." Denn früher war der Mensch ein Futtersucher, heute sitzt er am Schreibtisch, führt der Doktor aus. "Ein moderates Ausdauertraining tut gut." Was auch immer man macht: Empfohlen ist, fünfmal in der Woche etwa 30 Minuten aktiv zu sein. Wer nicht so oft sportlich an den Start kann, kann auch dreimal 50 Minuten laufen, Rad fahren oder nordisch am Stock gehen. "Wichtig ist der Spaß an der Sache. Wer um sein Leben rennt, macht maßgeblich etwas falsch." Das Thema Schlaf ist in Sachen Herzgesundheit ein Nebenaspekt. "Ausreichend zu schlafen, ist wichtig für Hirn und Konzentration." Das Herz allerdings schlägt auch in dieser Lebensphase weiter rhythmisch vor sich hin. Und damit es das möglichst lange tut, sollte schlechte Gewohnheiten wie beispielsweise das Rauchen dringend abgestellt werden. "Rauchen ist einer der größten Risikofaktoren."

Der Lebensstil ist wichtig, besonders für die, die durch familiäre Vorbelastungen besonders im Fokus stehen. Zuckerkrankheit und zu hohe Blutfettwerte machen den Einsatz von Medikamenten notwendig. Hier ist unbedingt die korrekte Einstellung durch einen Facharzt nötig. Denn Fettsenker oder die niedrig dosierte Acetylsalicylsäure ("die macht die Thrombozyten schön flutschig") wirken sich positiv aus. "Wie so vieles ist es von der korrekten Dosierung abhängig. Die sind durch Studien belegt."

Aber: Herzangst ist und bleibt Lebensangst. Deshalb informieren Karl-Friedrich Schmitz und Kollegen regelmäßig. Thema der diesjährigen Herzwochen ist die koronare Herzerkrankung und der Herzinfarkt. Als Kooperation zwischen der Praxis für Kardiologie in Ratingen und dem örtlichen Krankenhaus referieren sie über koronare Herzkrankheit, Wege zur Diagnose, einer Angina pectoris trotz normaler Herzkranzgefäße, interventionelle Therapie, der Bypass-Operation und zu ergreifenden Maßnahmen im akuten Notfall. "Nicht weglaufen, sondern helfen", ist das Wichtigste. Und zwar unter der unmittelbaren Zuhilfenahme eines Fachmanns, der über die 112 herbeitelefoniert wird.

Quelle: RP
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