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Trainingslager für Schüler und Lehrer
Mit Methode funktioniert Lernen besser

Trainingslager für Schüler und Lehrer: Mit Methode funktioniert Lernen besser
Die Sechstklässler übten Konfliktvermeidung und Selbstverteidigung. FOTO: Achim Blazy
Ratingen West. Am Bonhoeffer-Gymnasium gibt es dazu eine Art Trainingslager für Schüler und Lehrer. Es dauert drei Tage. Von Monika von Kürten

Das Konzept klingt ganz einfach: Schüler lernen an den sogenannten Methodentagen, wie sie ihr Lernen und Arbeiten sowie Situationen des täglichen Lebens geschickter organisieren und strukturieren können. "Seit zehn Jahren machen wir das für alle Jahrgangsstufen. Struktur und Inhalte haben Lehrer, Schüler und Eltern zusammen entwickelt. Jeder Schüler erarbeitet an drei Tagen drei Themen, so dass am Ende der Schulzeit jeder Schüler alle Module der jeweiligen Jahrgänge durchlaufen hat", erklärt Lehrerin Nelie Pannes.

Sie organisiert seit etwa fünf Jahren gemeinsam mit einem Team diese speziellen Schultage. Das Spektrum der Themen ist breitgefächert und baut aufeinander auf. Sie sind nicht starr festgelegt, sondern können aufgrund von Erfahrungen im kommenden Jahr angepasst werden.

Bei den Fünftklässlern steht das Thema Lesen im Vordergrund sowie die gesunde Ernährung und Bewegung. Die "Sechser" befassen sich primär mit dem Laborführerschein, um im künftigen Chemieunterricht besser gewappnet zu sein und dem Thema Gefahren im Internet. Außerdem wurde für sie in diesem Jahr zusätzlich das Thema Konfliktbewältigung und Selbstverteidigung aufgenommen.

In der Mittelstufe standen beispielsweise Gedächtnistraining und Kreativitätstechniken, um den "grauen Zellen" und der Fantasie auf die Sprünge zu helfen, die Gestaltung von Referaten und Plakaten sowie die Suchtprävention auf dem Programm. Bei den Oberstufenschülern ging es hauptsächlich um die Vorbereitung ihrer Facharbeiten auf dem Weg zum Abitur sowie um nützliche Informationen zu den einzelnen Studiengängen und der Berufsausbildung.

Bei den meisten Schülern kommen die Methodentage gut an. "Ich bekomme viele positive Rückmeldungen. Gut 95 Prozent unserer Schüler gefallen sie", berichtet Pannes.

Die zehnjährige Marie-Minu ist zum ersten Mal bei den Methodentagen dabei. Bei ihr stand Gruppenarbeit auf dem Stundenplan. Es wurden zunächst die Regeln für das gemeinsame Arbeiten besprochen, dann ging es daran, in der Gruppe einen Text über den Nikolaus zu bearbeiten. "Ich finde die Methodentage echt toll. Das ist so ganz anders als normaler Unterricht. Man kann viel mehr miteinander reden und auch mal herumlaufen. Und es gibt so viel Neues auszuprobieren. Ob es wirklich was bringt, werde ich dann sehen, wenn ich die Sachen in echt ausprobiere", urteilt sie.

Schulkameradin Juli besucht die neunte Klasse und ist bereits ein "alter Hase", was die Methodentage betrifft. Sie erstellte mit Klassenkameraden Plakate zum Thema Aids und HIV-Infektionen. "Ich finde es gut, dass die einzelnen Module altersgerecht aufgebaut sind. Was für Fünftklässler interessant ist, ist für uns eher langweilig. Jedes Jahr kommen neue Themen hinzu, die man bisher so noch nicht behandelt hat", erklärt Pannes.

Ihr Fazit: "Bei den Methodentagen können neue Erkenntnisse gewonnen aber auch vorhandenes Wissen vertieft werden. Im regulären Unterricht bleibt nicht immer genügend Zeit dafür. Auch wenn die drei Tage sicher nicht vollständig ausreichen, bekommen die Schüler viele Tipps und Tricks vermittelt, auf die sie dann im Bedarfsfall zurückgreifen können.

Quelle: RP
 
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