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Heiligenhaus
Mit Wärmebildern Heizkosten sparen

Heiligenhaus: Mit Wärmebildern Heizkosten sparen
Mit der Wärmebildkamera kann Wärme auch an Menschen dargestellt werden v.l.: Evelyn Hillebrand, Kerstin Plambeck, Susanne Berger FOTO: achim blazy
Heiligenhaus. Energieberater nutzen Spezialkameras, um Wärmelecks in privaten Haushalten auf die Spur zu kommen. Von Sandra Kreilmann

Sie ist der Alptraum vieler Eigenheimbesitzer: die Heizkostenabrechnung. Vor allem in älteren Gebäuden kann sie höher ausfallen, als notwendig; bauliche Mängel, die Energie durch lassen, sind jedoch mit bloßem Augen kaum auszumachen. Abhilfe kann hier die Verbraucherzentrale schaffen. Im Rahmen ihrer Thermografieaktion 2015/2016 können Hausbesitzer im Kreis Mettmann ihr Haus noch bis zum 31. März von einem Fachmann mit einer Wärmebildkamera fotografieren lassen. Gemeinsam mit Energieberatern der Verbraucherzentrale werden die Fotos dann analysiert, Schwachpunkte ausgemacht und Pläne geschmiedet, wie diese behoben werden können. "Nach dem neuesten Stand der Technik ist es schon Standard, dass Häuser möglichst keine Wärme abgeben", sagt Energieberaterin Susanne Berger. Gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen Evelyn Hillebrand und Claudia Günther informierte sie gestern im Bürgerbüro über die Möglichkeiten der Thermografieaktion. Dort konnten Interessierte auch herausfinden, wie so ein Foto einer Wärmebildkamera tatsächlich aussieht und ein "Selfie" der ganz besonderen Art mit nach Hause nehmen. Die unterschiedliche Farbgebung der Fotos stellt die unterschiedlichen Temperaturen dar. Rot steht dabei für höhere Temperaturen, blau für niedrige. Heizungsnischen, Rolladenkästen oder schlecht verarbeitete Dämmung gehören dabei zu den Ecken, bei denen die Energieberater erfahrungsgemäß am häufigsten "rot" sehen. 165 Euro kostet das Komplettpaket aus Wärmebildfotos des Hauses von allen Seiten, sowie die Entwicklung und ein Beratungstermin vor Ort. Nachdem ein Teilnahmeantrag eines Hausbesitzers von der Verbraucherzentrale bestätigt wird, wird ein Termin ausgemacht, an dem ein Thermograf ausrückt und das Haus, möglichst von allen Seiten, fotografiert. "Das geschieht in der Nacht und nachdem das Haus möglichst gleichmäßig aufgeheizt wird", so Evelyn Hillebrand. Wichtig dafür: Mindestens 15 Grad Unterschied zur Außentemperatur, weswegen die Thermofotos selbst nur bis Ende März gemacht werden können. "Danach ist es einfach zu warm." Insgesamt entstehen vier bis sechs Fotos, die den Hausbesitzern zugestellt werden. Es folgt ein Beratungstermin mit Energieberatern, die prüfen, wie man das Haus energetisch optimieren kann. "Die Thermofotos sind nicht selbsterklärend, sondern können auch zu Fehlschlüssen führen", warnt Berger. "Zusammen mit dem Ortstermin bilden sie aber eine gute Grundlage für Energiesparempfehlungen." Auch Tipps für staatliche Fördermöglichkeiten haben die Berater dann im Gepäck. Gebäude, die jünger als fünf Jahre sind, werden nicht betreut. "Die müssen nach Vorgaben ohnehin energetisch auf dem neuesten Stand sein", so Hillebrand. Für Kerstin Plambeck, Chefin des Ordnungsamtes, ist das Angebot der Verbraucherzentrale ein sinnvolles Projekt: "Wir unterstützen die Thermografieaktion als einen Baustein unserer Klimaschutzbemühungen."

Dabei gibt es manchmal für Hausbesitzer echte Überraschung. Berger: "Ich erinnere mich an einen Fall, in dem in einer Einliegerwohnung ein sehr hoher Wärmeverlust herrschte. Es stellte sich heraus, dass diese Wohnung eigentlich eine Garage war und baulich zum wohnen gar nicht geeignet war."

Weitere Informationen sowie den Antrag zur Teilnahme gibt es im Internet unter www.vz-nrw.de/thermoaktion.

Quelle: RP
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