| 00.00 Uhr

Analyse
Mit Wlan fängt das Lernen neu an

Analyse: Mit Wlan fängt das Lernen neu an
Die Gesamtschule Heiligenhaus hat seit ende 2016 eine Wlan-basierte Computertechnik für alle Räume. Bastian Gebhardt, Lehrer Christian Huning, Schülersprecher Maurice Birkelbach und Lehrer Jan Pöstges zeigten damals, was jetzt im Unterricht machbar ist. FOTO: A. Blazy
Heiligenhaus. Beim Großprojekt "Gute Schule 2020" geht es unter anderem darum, Schülern Zugang zu digitalen Medien zu verschaffen. Damit ist eine Ziellinie gezogen. Der Start liegt aber schon eine Schülergeneration zurück. Das Ganze bleibt auch ein Wettlauf mit der Technik. Von Paul Köhnes

Als die Stadt Heiligenhaus sich daran machte, über Medienkonzepte für die städtischen Schulen zu beraten – da steckten die Nutznießer in den aktuellen Oberstufenklassen der weiterführenden Schule entweder noch in den Windeln, oder waren noch gar nicht geboren. Bereits im Jahr 2001 ging es um ziemliche Summen, die investiert werden sollten und um die gerungen wurde: 200.000 Mark standen damals für ein solches Konzept zur Diskussion.

Zeitsprung. Gesamtschüler in Heiligenhaus machten im vergangenen Jahr im Unterricht oft die Erfahrung: Ladezeiten für Computer waren oft so elend lang, dass internetrecherchen während einer Unterrichtsstunde praktisch unmöglich waren. Dann kam etwas, das geradezu als Zeitenwende zu beschrieben war. Für 120.000 Euro wurden unter anderem acht Kilometer Kabel in die Schule eingezogen.

Nach getaner Arbeit stellten Lehrer, Schüler. IT-Experten und Verwaltung zufrieden fest: Die Gesamtschule ist die erste der drei weiterführenden Schulen am Ort, die auf drahtlose Datenübertragung auf PCs, Tablets und Schüler-Handys setzen kann.

Für einen Mathelehrer wie Michael Trapp bedeutet das, wie er bei der ersten Präsentation des Systems sagte: "Bei Onlinetests kann man die Ergebnisse sofort besprechen. Blätter einsammeln, korrigieren, zurückgeben - das ist Geschichte."

Zeitsprung. Ein Dreivierteljahr nach der bahnbrechenden Umrüstung an der Gesamtschule warten die beiden übrigen weiterführenden Schulen - Realschule und Kant-Gymnasium - immer noch auf einen vergleichbaren Durchbruch auf allerneuestem Technikstand. Am Kant-Gymnasium lässt man es nicht beim Abwarten. Denn die technischen Vorkehrungen – egal wie teuer und aufwendig – sind nur eine Seite des Projekts.

Und selbst die dollste Hardware macht Schüler nicht automatisch klüger. Das klingt zwar nach Binsenweisheit. Aber wer das ändern will, ist gut beraten, sich Gedanken zu machen. Im Fall, des IKG füllen diese Gedanken zwei Dutzend Seiten. Sie sind nachzulesen im Internetauftritt der Schule. Dass es hier nicht um Gimmicks und Gadgets für den Unterricht geht, versteht sich von selbst.

Neben allen unterrichts-inhaltlichen Aspekten geht es aber auch in diesem Konzept um techische Voraussetzungen. Hier lässt die Bestandsaufnahme an Deutlichkeit nicht zu wünschen übrig: "Die Unzufriedenheit weiter Teile des Kollegiums mit dem Ist-Zustand lässt sich unter anderem dadurch erklären, dass die mediale Ausstattung der Schule als insgesamt sehr unausgeglichen zu bezeichnen ist. Während in den Fachräumen zahlreiche neue Medien genutzt werden können, sind die Klassenräume medial nicht ausgestattet. Das Lehrerzimmer und die Verwaltung sind hingegen gut ausgestattet."

Schuldezernent Michael Beck kennt die Kritik, gibt aber zu bedenken: "Die Gesamtschule hatte grundlegend Nachholbedarf und andere räumliche Voraussetzungen und Gegebenheiten." Am IKG und an der Realschule habe die Ausstattung zeitgleich gestimmt. "Die allerdings setzt tatsächlich noch auf stationäre Rechner in den Räumen." Seine Sicht: "Die IT-Ausstattung der Schulen ist aktuell vernünftig." Beck spielt den Ball zurück ins Feld der Politik: Es liegen aktuell "Wunschlisten" der Schulen für den Schulausschuss vor. Auf den Listen muss übrigens nicht nur "IT" stehen.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Analyse: Mit Wlan fängt das Lernen neu an


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.