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Barbara Beckmann
"Mitsingen ist ausdrücklich erwünscht"

Ratingen. RATINGEN Bei den Tränen, die angeblich nicht lügen, waren sich die Soulville Jazz Singers rasch einig: Mit Blick auf das Konzert in Ratingen und angesichts einer Auswahl von mehr als 60 Titeln wurde dies als peinlich abgelehnt! Denn am 24. November im Stadttheater soll es um die Liebe gehen; die tragische, die überbordende, die erfüllende, die schwärmerische Liebe. Herzflimmern in allen Facetten - präsentiert beim Stimmenfestival Voices. Und wer sich auf 30 Kehlen in sechs Stimmlagen einlässt, die bislang noch jeder Festlegung entkommen konnten, sollte sich auf das bislang Unerhörte einstellen: selbst mitzusingen. Chorleiterin Barbara Beckmann, von Hause aus klassische Pianistin und im Jahr 2004 Chorgründerin, sagt im Gespräch mit der RP: "Wir lassen uns hier auf etwas völlig Neues ein!"

Was bedeutet dieser Satz?

BECKMANN Seit einem Jahr bereiten wir uns auf dieses ganz spezielle Konzert im Ratinger Stadttheater vor. Das Duo ,2sam' hat uns inspiriert und ist Teil des Ratinger Programms. Birgit Beutler und Wolfgang Hocke sind aus den Soulville Jazz Singers hervorgegangen. Daneben haben wir unsere ganz persönliche Auswahl aus Liebes-Liedern zusammengestellt. Am Ende des Abends sollen unsere Gäste beschwingt nach Hause gehen - begleitet von kleinen Seufzern, dann haben wir es gut gemacht.

In welche Richtung geht die Auswahl der Stücke?

BECKMANN In alle Richtungen. Der klassische Liebes-Schmacht-Schlager ist ebenso dabei wie Herzens-Jubel und das kleine Chanson mit der überraschenden Wendung. Begleitet werden wir von einer Gitarre, einem Piano, an einer Stelle kommt gar eine Blockflöte zum Einsatz - im nächsten Moment wird gesteppt, denn wir machen auch einen Ausflug in die Welt der Filmmusik.

Klingt nach Liebe ohne Grenzen...

BECKMANN Na ja, es gab auch eine Reihe von Titeln, bei denen wir uns sofort einig waren: Die gehen gar nicht. Trotzdem kann man auch die oftmals vom ersten bis zum letzten Wort mitsingen.

Wie wollen Sie das Mitsingen des Ratinger Publikums organisieren?

BECKMANN Wir haben uns überlegt, wie wir die Gäste zum Mitmachen bekommen werden. Darauf, den Funken auch an dieser Stelle überspringen zu lassen, freut sich der Chor ganz besonders. Denn wir sehen derzeit in vielen Städten und Projekten, dass das Mitsingen im Moment im Trend liegt. Aber es hängt natürlich viel davon ab, wer tatsächlich an dem Freitagabend zu uns kommt, wie die Ratinger gestimmt sein werden.

Wenn es darum geht, neue Chöre zu gründen, dann sind die Frauen meist in einer deutlichen Überzahl. Woran liegt das?

BECKMANN Vielleicht haben Frauen ein anderes Gefühl zu ihrer Stimme und ihrem Körper. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass wir bei uns in Deutschland fälschlicherweise glauben, man muss von vorneherein alle Töne treffen, bevor man einem Chor beitritt. Das wird in anderen Ländern viel lockerer gesehen. Und auch hierzulande gibt es einen eindeutigen Trend zu ganz normalen Pop- und Jazz-Songs, die auch im Radio laufen könnten. Chöre, die solche Angebote machen, haben einen enormen Zulauf. Auch wir bei den Soulville Jazz Singers haben eine ständige Warteliste für den Fall, dass jemand aus beruflichen oder persönlichen Gründen nicht mehr mitsingen kann.

Warum haben Sie als klassisch ausgebildete Pianistin vor gut 13 Jahren einen eigenen Chor gegründet?

BECKMANN Mich faszinieren die Möglichkeiten, die man mit der menschlichen Stimme hat. Die in Harmonie miteinander zubringen, das ist etwas Besonderes. Hinzu kommt, dass Chorgesang ja eine Arbeit mit dem ganzen Körper ist. Man stellt sich nicht einfach nur hin und trägt ein Lied vor, sondern da wird der Rhythmus mitgetrommelt und im Takt gewippt.

DIE FRAGEN STELLTE DIRK NEUBAUER.

Quelle: RP
 
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