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Ratingen
Mittagspause kann gesund schmecken

Ratingen: Mittagspause kann gesund schmecken
"Hausgemacht" - das ist für Heike Zollweg und Christian Pannes an der Schützenstraße Name und Programm zugleich. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Immer mehr Gastronomen stellen sich mit hausgemachten und vegetarischen Gerichten auf Kundenbedürfnisse ein. Von Karl Ritter

Es gibt Lasagne oder Currywurst - aber der Herr im schmucken Anzug entscheidet sich anders: "Ich hätte gerne den Salat zum Mitnehmen." Sebastian Thiemann, Küchenchef des Talschlösschens und des benachbarten "Hausgemacht" kennt das nur zu gut: "Gerade in der Mittagspause gibt es immer mehr Kunden, die großen Wert darauf legen, was sie essen. Da ist es dann mal eben nicht die schnelle Fertigfrikadelle sondern gesunde Kost." Seit knapp einem Monat hat Thiemanns Chef Christian Pannes den zweiten Laden an der Talstraße aufgemacht und will genau diese Wünsche der Kunden befriedigen: Gesunde und vor allem hausgemachte Kost: "Ein bisschen wie bei Oma früher, was sich auch im Laden selbst widerspiegelt", sagt Pannes lachend.

An Oetzbachs "Heißer Theke" in der Innenstadt gibt es ein vegetarisches Gericht in der Theke. Auch wenn die Schlange dort vor allem in der Mittagszeit üblicherweise recht lang ist, vegetarisch ist hier seltener gefragt, wie eine Mitarbeiterin erklärt: "Im Vergleich zu den anderen Angeboten wird der vegetarische Auflauf deutlich weniger bestellt." Hier sind es dann doch eher der Makkaroni-Auflauf, die Frikadelle oder das Spießbratenbrötchen mit Zwiebeln. Also gar kein Bedarf für etwas wirklich Vegetarisches? "Doch, das schon", so die fleißige Mitarbeiterin: "Gefragt wird danach schon, nur im Vergleich eben nicht so viel." Auch im "Hausgemacht" gehen Gerichte mit Fleisch derzeit mehr über die Theke: "Was aber auch daran liegt, dass wir auf unserer Wochenkarte eben bisher nur ein rein vegetarisches Gericht haben. Wenn wir sehen, dass die Nachfrage danach steigt, reagieren wird", sagt Pannes. Für ihn kommt gesundes Essen aber nicht bloß auf Fleisch oder Salat an: "Wichtig ist, dass soweit möglich alles frisch und hausgemacht zubereitet wurde. Ich habe festgestellt, dass die Kunden immer mehr nachfragen, ob zum Beispiel eine Soße aus einem Fertigprodukt oder von Hand hergestellt wurde." Das gelte übrigens auch für das Frühstücksangebot seines Ladens: "Wir haben selbst gemachte Marmelade, die läuft wie das sprichwörtliche geschnitten Brot. Die Leute sind zum einen begeistert, dass es noch jemand gibt, der das selbst macht, und finden es auf der anderen Seite gut, dass eben ohne Konservierungsstoffe gearbeitet wird." Und er fügt augenzwinkernd hinzu: "Wenn es dann noch schmeckt umso besser."

Im "Mahlzeit" auf der Hochstraße kurz vor dem Fachkrankenhaus legt man ebenfalls ein großes Augenmerk auf frische Zubereitung: "Unsere Schnitzel werden zum Beispiel frisch in der Pfanne paniert, das sind keine Fertigprodukte", erklärt ein Mitarbeiter. Und auch die Frikadellen seien hausgemacht. Wie in all den anderen von unserer Zeitung befragten Betrieben sind es auch hier vor allem die eigenen Rezepturen, die für einen festen und vor allem treuen Kundenstamm sorgen: In der ehemaligen Metzgerei ist es vor allem zur Mittagszeit richtig voll. Dass auch das "Mahlzeit" auf Hausmannskost setzt, ist kein Zufall. "Futtern wie bei Muttern" ist kein hohler Slogan, das kommt an und bindet das Publikum. Was übrigens auch "Hausgemacht"-Chef Pannes festgestellt hat: "Die Gerichte, die sich an alten Zeiten orientieren, sind gefragt. Der einzige Unterschied liegt vielleicht darin, dass man heute versucht, das Ganze etwas leichter zu kochen." Aber Eintöpfe, Suppen und Gemüse - in der Kindheit oft verpönt - erfahren eine Wiederauferstehung. Wenn auch manchmal im neuen Gewand.

Quelle: RP
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