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Zur Serie "mode In Ratingen"
Mode ist wichtig für guten Branchenmix

Ratingen. André Dietze ist Abteilungsleiter der Wirtschaftsförderung. Als Lotse und Vermittler arbeitet er an der Attraktivität der Innenstadt. Aber nicht nur die City lädt zum Bummel und Einkauf, das gilt auch für die einzelnen Stadtteile.

Herr Dietze, wie hoch ist in der Innenstadt der Anteil an Boutiquen?

dietze Dazu habe ich aktuelle Zahlen: Lassen wir Gastronomie und Banken raus, beträgt der Anteil von Modegeschäften 20 Prozent. Weitere fünf Prozent fallen auf Anbieter von Schmuck und Uhren.

Gibt es modische Schwerpunkte?

Dietze Ganz klar sind Boutiquen, die Damenmode anbieten, in der Überzahl. Die Umsatzzahlen bei Damenbekleidung sind in der Regel auch doppelt so hoch wie bei Herrenbekleidung. Trotz eines breiten Modeangebots im Internet bummeln und shoppen Frauen weiterhin sehr gerne auch in den Innenstädten. Sie haben halt einen guten Blick für Schönes.

Wie ist Ratingen modisch für Männer aufgestellt?

Dietze Da ginge noch mehr. Mit Michael Rosendahls "Mode & Maß" sowie Filialisten von Engbers, C&A sowie H&M reicht die Bandbreite zwar von exklusiv bis trendy. Aber da ist noch Platz für weitere Anbieter. Ein echtes Defizit besteht bei Kinderbekleidung.

Wie ist das Verhältnis von inhabergeführten Geschäften zu Dependancen großer Ketten?

Dietze Mehr als die Hälfte der Geschäfte sind interessanterweise inhabergeführt. Die genaue Zahl liegt bei 56 Prozent. Verantwortlich dafür könnte der Faktor "Ladenfläche" sein. Laut einer IHK-Studie aus dem Jahr 2014 verfügen 47 Prozent der Ladenlokale über eine Fläche von weniger als 100 Quadratmeter. Das ist für Filialisten oft zu klein, für inhabergeführte Geschäfte aber offensichtlich genau richtig. Der hohe Anteil von inhabergeführten Geschäften macht aber auch das besondere Flair der Ratinger Innenstadt aus.

Thema Leerstand: Stehen weitere Vermietungen an?

Dietze Bei den Leerständen an der Düsseldorfer Straße und an der Lintorfer Straße stehen wir im engen Kontakt mit den jeweiligen Eigentümern. Wünschenswert wäre es natürlich, wieder Mode zu platzieren.

Wirkt es sich aus, dass Esprit sein Hauptquartier Europa hier hat?

Dietze Weniger das Headquarter hat Sogwirkung als das Outlet. Es zieht Besucher aus ganz Deutschland an. Das gilt auch für andere Factory Outlets wie Tom Tailor oder S. Oliver. Es gibt Überlegungen, die Besucher der Outlets durch Werbung verstärkt in die Innenstadt zu locken.

Wirkt sich die Nähe zu Düsseldorf positiv aus?

Dietze Mode ist in Ratingen tief verwurzelt. 1783 gründete Johann Gottfried Brügelmann die erste Textilfabrik auf europäischem Festland. Viele Ausstellungen im Industriemuseum Cromford dokumentieren Themen wie Mode und Bekleidung. Neben der Europazentrale des Mode-Weltkonzerns Esprit gibt es noch kleinere Modehersteller wie zum Beispiel Spider Lugani. Von Ratingen als einer Modestadt zu sprechen, wäre aber vermessen. Große Städte wie Düsseldorf oder Essen sind eher Konkurrenten und ziehen Kauflustige aus Ratingen ab. Deshalb versuchen wir, unsere Stadt weiter attraktiv zu gestalten.

Gibt es dazu neue Maßnahmen?

dietze Veranstaltungen wie das Ratingen Festival und der Bauern- oder der Fischmarkt, am besten verbunden mit verkaufsoffenen Sonntagen, sind Magnete, die Besucher in die Innenstadt ziehen. Einen neuen Schub für die City wird das Innenstadt-Büro mit dem Quartiers- und Citymanagement bringen. Bis Ende 2018 begleiten die Mitarbeiter in der Mülheimer Straße 9 die Umsetzung der baulichen und planerischen Projekte aus dem Integrierten Handlungskonzept.

VALESKA VON DOLEGA FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
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