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Lintorf
Montags bleibt der Briefkasten leer

Lintorf: Montags bleibt der Briefkasten leer
"Ich habe das seit Sommer verfolgt. An keinem einzigem Montag haben wir Zustellungen durch die Post erhalten", sagt eine Anwohnerin. FOTO: a. blazy
Lintorf. Nach dem RP-Bericht vergangene Woche über den Lintorfer Postärger, meldeten sich zahlreiche Leser aus dem Stadtteil. Von Wolfgang Schneider

Wer in vielen Teilen Lintorf montags auf Post wartet, der hat in der Regel Pech gehabt - der Briefkasten bleibt leer. Auch wenn sich der Postsprecher in der vergangenen Woche versuchte, Probleme auf kurzfristige Krankheitsausfälle zu schieben, ergaben Recherchen unserer Zeitung vor Ort ein ganz anderes Bild. Und das wirft alles andere als ein gutes Licht auf den ehemaligen Monopolisten - sowohl Zusteller als auch Kunden sind extrem verärgert und frustriert..

"Montags müssen Sie eigentlich gar nicht auf Post von uns warten, denn da versuchen wir in der Regel, unsere angefallenen Überstunden abzubauen", erzählt ein langjähriger Zusteller aus Lintorf und bestätigt damit das, was viele Bewohner schon seit langem vermutet haben: "Ich habe das seit dem Sommer bewusst verfolgt. An keinem einzigem Montag haben wir in unserem Haus Zustellungen durch die Deutsche Post erhalten", so Petra Weber: "Wenn ich dann in der Zeitung lese, dass der Postsprecher sagt, es ginge um kurzzeitige Engpässe, da werde ich richtig sauer." Der aktuelle Fall aus dem Dezember: Ein Postbote habe in seinem Bezirk an einem Samstag krankheitsbedingt seine Tour plötzlich abbrechen müssen. Dies sei in Lintorf geschehen, wie Rainer Ernzer, Sprecher der Deutschen Post DHL, auf Anfrage unserer Redaktion bestätigte. "Wir konnten an einem Samstagmittag dann auch nicht mehr reagieren."

Doch das Problem scheint tiefer zu liegen als in so einer Akutsituation. Wie verfehlt die Personalpolitik des Unternehmens zu sein scheint, offenbarte sich in den Tagen vor Weihnachten. Nach Informationen unserer Redaktion gab es dort in Lintorf teilweise eine ganze Woche lang keinen einzigen Brief. Da waren tatsächlich einige Mitarbeiter krank, andere hatten Urlaub und - man mag es kaum glauben - kurzfristig wurde Überstundenfrei gewährt. Das Ergebnis: Über die Hälfte der Zusteller in Lintorf soll nicht im Dienst gewesen sein. Wer arbeitete, kam mit dem Zustellen gar nicht mehr nach: "Ich musste Sendungen liegen lassen, weil es einfach nicht mehr ging", berichtet der Zusteller. So konnte ein Kunde, der nur einen Steinwurf vom neuen DHL-Zentrum am Breitscheider Weg wohnt, via Sendungsverfolgung beobachten, dass sein Päckchen tagelang in nur wenigen Metern Entfernung unbewegt liegen blieb.

Petra Weber jedenfalls ist bedient: "Die Zusteller auf der Straße kriegen den ganzen Frust der Kunden ab, die können aber ja auch nicht wirklich etwas dafür. Ich habe Verständnis dafür, dass es in Zeiten mit vielen Sendungen schon einmal etwas länger dauert, aber das hier hat doch schon Methode. Nur verstehe ich einfach nicht, was ein Unternehmen wie die Post davon hat. Wenn die Kunden zum Mitbewerber wechseln, nutzen auch die Einsparungen beim Personal nichts mehr." Sie selber habe mittlerweile festgestellt, dass sowohl Briefe als auch größere Sendungen mit Mitbewerbern der Post problemlos ankommen: "Da zahle ich zur Not auch gerne ein paar Cent mehr und weiß, dass es mit der Zustellung auch klappt."

Quelle: RP
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