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Lintorf
Mozart verzaubert Grundschüler

Lintorf: Mozart verzaubert Grundschüler
Eine Oper zum Mitspielen: Als "Damen" überreichten drei Schülerinnen Tamino und Papageno wichtige Utensilien, damit diese ihre Prüfungen bestehen können. FOTO: D. Janicki
Lintorf. Die "JO! Junge Oper gGmbH" kommt mit der Oper "Die Zauberflöte" in die Heinrich-Schmitz-Grundschule. Von Monika von Kürten

"Die Zauberflöte" zählt wohl zu den bekanntesten und am häufigsten inszenierten Opern weltweit. Die Arien "Der Vogelfänger bin ich ja" und "Dies Bildnis ist bezaubernd schön" sind sicherlich den Älteren vertraut, auch jenen, die die Oper noch nie gesehen haben. Kinder und Jugendliche jedoch kennen zumeist die Welt der Opern nicht.

Klassische Musik gilt für sie als uncool und veraltet. Deshalb sind Teams der "Jungen Oper" in ganz Deutschland unterwegs, um ihnen mit unterschiedlichsten Stücken die Welt der Opern näher zu bringen. Viele Kinder wissen gar nicht, dass eine Oper ein Theaterstück mit Musik ist. Dabei ist die Musikkultur bei Kindern ein wichtiger Baustein moderner Bildung. Sie entwickeln ein Bewusstsein für das eigene Rollenverständnis und erleben auch Empathie, indem sie ihre eigenen Gefühle und Wünsche auf die Darsteller projizieren und sich in die Rolle des anderen hinein versetzen. Für die Lintorfer Grundschüler brachten sie die Mitmachoper "Die Zauberflöte" mit.

Die Spielzeit der im Original etwa zweieinhalbstündige Oper wurde stark verkürzt und in eine für Kinder verständliche Form umgewandelt, wobei die schönsten Melodien und wichtigsten Szenen natürlich beibehalten wurden. Im Vorfeld konnten die Lehrer im Internet umfangreiches Informationsmaterial herunterladen und die Schüler auf die Vorstellung vorbereiten. Vor der Aufführung in der Aula des Schulzentrums erfuhren die Schüler, was überhaupt eine Oper ist, wie sie aufgebaut ist, was man dafür benötigt, eine Geschichte, Musik, ein Orchester, Sänger, Bühnenbilder, Kostüme und vieles mehr. Und weil es sich bei der Inszenierung der "Jungen Oper" um eine Mitmachoper handelte, wurden die Schüler mit in das Stück eingebunden. Begeistert sangen sie bei drei Liedern mit. Einige Schüler durften sogar im Stück mitspielen. Als "Damen" überreichten drei Schülerinnen Tamino und Papageno wichtige Utensilien, damit diese ihre Prüfungen bestehen können und drei "Knaben" gaben ihnen die zu bestehenden Aufgaben bekannt.

Nachdem schlussendlich der junge Prinz Tamino die Tochter der Königin der Nacht rettet und der Vogelfänger Papageno seine junge, schöne Papagena findet, waren die jungen Zuschauer beeindruckt, denn für viele von ihnen hat sich hier eine völlig neue Welt eröffnet. Zweitklässler Mikail war stolz, einen der Knaben spielen zu dürfen: "Mir hat das heute eigentlich gut gefallen. Wir haben viel über Oper gelernt und sogar einige Lieder vorher im Unterricht geübt. Nur die Musik war mir manchmal ein wenig zu laut", sagte er und die Liebesgeschichte an sich sei "nicht so ganz sein Fall gewesen."

"Die Oper vor Ort war wesentlich kindgerechter und lebendiger. So konnten die Kinder die Sänger hautnah erleben und sogar mitmachen. Trotzdem möchten wir alle vier Jahre in ein großes Opernhaus fahren, um jedem Kind in seiner Grundschulzeit einmal zu ermöglichen, in den beeindruckenden Räumlichkeiten eine 'große Oper' mit professionellen Kostümen und Bühnenbild näher zu bringen", resümiert Schulleiterin Britta Brockmann nach einer Evaluierung im Lehrerkollegium.

Quelle: RP
 
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