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Ratingen
Müskens zeigt RP-Lesern historische Schätze

Ratingen. Hans Müskens ist ein ausgewiesener Experte in Sachen Kirchengeschichte. Der studierte Theologe hat RP-Lesern anlässlich eines Rundgangs fromme Orte gezeigt. Von Norbert Kleeberg

Nach einer Tour mit Hans Müskens ist der Mensch auf jeden Fall schlauer. Und er nimmt nach diesen anderthalb Stunden für sich mit, dass er sich unbedingt mehr Zeit für seine Stadt gönnen sollte. Denn Ratingen ist reich an historischen Schätzen. Die Geschichte hat vielerorts ihre sicht- und unsichtbaren Spuren hinterlassen. Müskens nennt Fixpunkte und Episoden, erzählt zum Beispiel, dass es auf der Bechemer Straße eine alte Synagoge gab, dass das Bürgerhaus am Markt Konsolen mit Heiligenfiguren hatte, die verschwunden sind.

Die Gruppe geht an der ehemaligen lutherischen Kirche vorbei, die jetzt viel Platz fürs Wohnen in bester Lage bietet. Müskens taucht kurz in die Reformationsgeschichte ab, in sehr turbulente Zeiten. Heute strahlt dieses Gebäude viel Ruhe aus. Und es geht weiter zum ehemaligen Minoritenkloster, in dem zu früheren Zeiten sogar die Polizei untergebracht war. Und Müskens betont: "Das neue Rathaus wird auf klösterlichem Grund gebaut, denn der alte Klostergarten zog sich bis zur Stadtmauer."

Die Gruppe zieht weiter zur evangelischen Stadtkirche - eines der ältesten reformierten Kirchengebäude im Rheinland. Müskens erzählt von gelebter Ökumene: Als die Kirche St. Peter und Paul vor vielen Jahren saniert werden musste, zogen die Katholiken in die Stadtkirche. Zur Erinnerung an diese gemeinsame Zeit gibt es Jahr für Jahr von der benachbarten katholischen Gemeinde eine Osterkerze, die in der Stadtkirche aufgestellt wird.

Zum Schluss führt Müskens die Besucher in die immer wieder imposante Kirche St. Peter und Paul. Im Innern widmet er sich unter anderem einem Gemälde des berühmten flämischen Malers Anton van Dyck. Das Bild handelt von einer Kreuzabnahme und ist über die Wirren der Französischen Revolution nach Ratingen gekommen. "Nur wenige wissen, dass wir in dieser Kirche einen echten Anton van Dyck hängen haben", unterstreicht Müskens nicht ohne Stolz.

Interessant ist auch, dass der Taufstein aus einem Steinbruch in der Nähe des Areals am Bahnhof Ost stammt. Und dass die Monstranz von 1394 ein Trumscheit (Instrument mit einer Saite) abbildet. Das sei einzigartig, urteilt Müskens.

Quelle: RP
 
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