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Heiligenhaus
Musette, Wein und Käse in der Abtsküche

Heiligenhaus. Im Heimatmuseum wird die deutsch-französische Freundschaft gepflegt - zuletzt am Wochenende mit einem Genussfest. Von Sandra Kreilmann

"Savoir vivre" ist die französische Kunst, das Leben zu genießen. Mal einen Gang zurück schalten, schlemmen und in schöner Atmosphäre den Gedanken nachhängen. Beim französischen Wochenende lud Museumskustos Reinhard Schneider genau dazu ein. Die Seele baumeln lassen konnte man hier, im Museum Abtsküche, am Samstag vor allem im Garten. Echtes Picknick-Gefühl gab es in einem Blütenmeer, das den geneigten Besucher schon ein bisschen in ein sommerliches Südfrankreich versetzte. Es war Französisches Wochenende und der Markt mit französischen Köstlichkeiten hat sich dabei schon seit einigen Jahren zu einer kleinen Tradition gemausert, die nicht nur die Heiligenhauser in die Gute Stube der Stadt lockte. Mitten in der Ausstellung "Typisch Französisch(es), Typische Deutsch(es)" waren Marktstände zu finden, die den Besucher ganz problemlos auf einen kleinen Markt irgendwo im Nachbarland versetzten. Salami, Käse, Wein, dazu vielleicht eine Quiche Lorraine?

"Ich glaube, es ist diese ganz eigene französische Lebensart, die für uns Deutsche so verlockend ist", sagt Lutz Strenger. Der Akkordeon-Spieler sorgte am Samstag dafür, dass die französische Frequenz auch auf den Ohren ankam. Musette nennt sich die Musikrichtung, die er mitgebracht hatte, Chansons aus den 20ern, 30ern bis hin zu den 60ern erklangen. "Ich spiele das, was mir gerade einfällt", sagte der Musikant, der natürlich stilecht mit Baskenmütze vor dem Museum aufspielte.

Das Improvisieren dieser Musik ist dabei das ganz besondere an diesem Hobby, das für ihn eigentlich viel mehr ist. "Ich habe durch das Akkordeon meine Begeisterung für Frankreich entdeckt und sie ist geblieben. Wir waren früher regelmäßig mit dem Akkordeonorchester in Frankreich, die Franzosen regelmäßig bei uns. Solche Erfahrungen bleiben." Die enge Verbindung der Stadt zu ihrer Partnerstadt Meaux tut dabei gut - sie wird in diesem Jahr gefeiert. Seit 45 Jahren besteht die Verbindung zwischen dem niederbergischen Heiligenhaus und dem nahe bei Paris gelegenen Meaux. "Viele Städte haben Partnerschaften mit Frankreich, aber in Heiligenhaus ist der Austausch schon intensiv."

Dass die Freundschaft so gepflegt werde, liege nicht zuletzt auch an Schneider, dessen eigene Begeisterung für das Nachbarland für regelmäßige französische Märkte und auch Ausstellungen wie die aktuelle sorgt. "Ohne ihn würde hier auf jeden Fall viel fehlen", sagt Strenger. Das können auch die Besucher nur betonen.

"Es macht immer wieder Spaß, hier vorbeizuschauen, man kann immer wieder etwas entdecken", sagte ein Besucherpaar. Auch sie haben eine besondere Verbindung zu Frankreich. "Unser erster Urlaub ging nach Südfrankreich. Seitdem sind wir regelmäßig dort. Es ist toll, hier in Heiligenhaus dann ein Stück Frankreich zu finden."

Quelle: RP
 
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