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Ratingen
Musikalische Sternstunde mit dem Kammerchor

Ratingen: Musikalische Sternstunde mit dem Kammerchor
Mit baltischen und skandinavischen Weihnachtsliedern sang sich der Ratinger Kammerchor in die Herzen seiner Zuhörer. FOTO: achim blazy
Ratingen. Während auf dem Weihnachtsmarkt rings um die Kirche die altbekannte Weihnachtsmusik zu hören war, erklang in der überfüllten Kirche St. Peter und Paul am Markt vorweihnachtliche Musik wie vom anderen Stern: Baltische und skandinavische Chor und Orgelmusik von zeitgenössischen Komponisten aus dem hohen Norden stellte dort der Ratinger Kammerchor unter der Leitung von Dominikus Burghardt vor, gemeinsam mit der lettischen Organistin Iveta Apkalna. Von Werner Schürmann

Durch das Mittelschiff der Kirche zogen die Sänger festlich gekleidet zum Altarraum, während sie das "Laudate omnes gentes" (Lobsinget ihr Völker alle), Psalm 117,1 aus Taizé sangen. Schon bei diesem Einzug des Chores spürte das Publikum, welche Hochglanzmusik es nicht nur bei den drei folgenden Stücken von Vytautas Miskinis aus Litauen erwarten würde. Mit dem "Cantate Domino" (Singet dem Herrn), ein vier- bis sechsstimmiges Chorwerk, erfreute der Chor mit sicherer Meisterung der Schwierigkeiten. Beim "Angelis suis Deus" und "Ave Maria" des gleichen Komponisten war wechselnde dynamische Vielfalt sowie präzise Intonation verlangt, die der Chor meisterlich beherrschte. Iveta Apkalna spielte dann l "Meditation" von Lücija Garüta und "Ave Maria" von Maija Einfelde aus Lettland. Die Meditation wirkte bisweilen romantisch, verklärt, während das hochmoderne "Ave Maria" mitunter nahe an den Rand des Tonalen reichte. Es war schon faszinierend, welche Klangfarben Apkalna der Orgel entlockte.

Als besonderes Highlight präsentierte der Chor vom finnischen Komponisten Einojuhani Rautavaara "Canticum Mariae virginis" (Lobgesang der Jungfrau Maria). Hier war für Dirigent und Sänger höchste Konzentration gefordert, um die ineinanderfließenden Klangräume, die vielstimmigen kanonischen Gebilde mit der symmetrisch angelegten Melodie im Sinne des Komponisten zu gestalten. Allergrößte Hochachtung!

Aivars Kalejs war der Komponist der Toccata über den Choral "Allein Gott, in der Höh sei Ehr", den Iveta Apkalna mit immer wiederkehrendem Thema in den verschiedensten Registrierungen bis zum gewaltigen, strahlenden Finale bravourös darbot. Das "Wiegenlied zu Weihnachten" von Alfreds Kalnins wirkte dann äußerst verhalten, aber interessant durch die besinnliche Registrierung.

Der schwedische Komponist Jan Sandström hat eine interessante Bearbeitung des Weihnachtsliedes von Michael Prätorius "Es ist ein Ros entsprungen" für Chor und Orgel komponiert. Hier musizierten der "Meisterchor" und die hochdekorierte, international bekannte Organistin zur Freude des Publikums hervorragend zusammen.

Viel Applaus, Blumen und als Zugabe das schwedische Weihnachtslied: "Jul, Jul, strahlande Jul".

Quelle: RP
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