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Ratingen
Musikschüler sorgen für Gänsehaut

Ratingen: Musikschüler sorgen für Gänsehaut
Das Gitarren-Ensemble beim Konzert der Ratinger Musikschule in der fast vollbesetzten Stadthalle. FOTO: Dietrich Janicki
Ratingen. Der Nachwuchs begeisterte mit umfangreichem Repertoire in der Stadthalle, am Ende erklingt Beethoven. Von Wolfgang Schneider

Es hätte am Ende eines mitreißenden und beeindruckenden Konzertes sonst auch etwas gefehlt: Traditionell zum Abschluss des Ratinger Musikschulkonzerts in der fast komplett besetzten Stadthalle sangen und spielten die Ensembles zusammen mit dem Publikum Beethovens "Ode an die Freude" - ein ganz besonderer Moment nach zwei Stunden, in denen die jungen Künstler eindrucksvoll bewiesen, dass die Musikschule ganz offensichtlich ein Ort ist, an dem es eine Menge Talente gibt.

Und wer meint, an einer Musikschule würden nur alte Schinken in Töne umgesetzt, der wurde hier eines Besseren belehrt - und das im wahrsten Sinne des Wortes mit so manchem Paukenschlag.

Dass man aktuelle Chartknaller auch mit Bläsern interpretieren kann, bewies zum Beispiel eindrucksvoll das Bläservororchester mit seiner Version des Discokrachers "Moves like Jagger".

Rund zwei Dutzend junge Musiker mit zum Beispiel Oboe, Klarinette, Fagott und Trompete sorgten schnell dafür, dass die erste Stimmungswelle durch den Saal schwappte - natürlich mit wippenden Füßen und klatschenden Händen.

Da kamen kurz danach die eher getragenen, aber unter die Haut gehenden Stimmen des Kinder- und Jugendchores genau richtig. Der bewies nämlich, dass man innerhalb einer knappen Viertelstunde sich ohne jeden Qualitätsverlust durch mehrere Jahrhunderte singen kann.

Los ging es hier mit einem Stück von Giovanni Gastoldo aus dem 16. Jahrhundert, bevor sich der kraftvolle Chor mit dem Musical-Dauerbrenner "Memories" in die Herzen der begeisterten Zuschauer sang. Wem das an Stimmung immer noch nicht genug war, dem war fast nicht mehr zu helfen.

Doch es sollte noch einen Tick besser werden: Das Jugendblasorchester unter der Leitung von Musikschulleiter Paul Sevenich hatte sich in diesem Jahr an eine der ganz großen Bands des 20. Jahrhunderts gewagt: Queen. Und da gingen die jungen Musiker auch gleich aufs Ganze, suchten sich eines der wohl anspruchsvollsten Rockstücke aller Zeiten aus, ein Stück, das von seiner Struktur noch heute aus jedem musikalischen Rahmen fällt: ein Stück, das die Genialität von Frontmann Freddy Mercury verkörpert wie kein zweites - "Bohemian Rhapsody".

Das war Gänsehaut pur - sowohl das ruhige Intro als auch der klassische Mittelteil und erst recht der rockige Schluss gelangen den über 40 Musikern begeisternd.

Großer Respekt vor dieser Leistung, die noch mit einem i-Tüpfelchen gekrönt wurde, das die passende Bezeichnung für alle Akteure dieses tollen Nachmittags war: "We are the champions".

Und so endete ein Konzert der Ratinger Musikschule, das eindrucksvoll bewies, wie richtig städtische Gelder in einer eigenen Musikschule investiert sind. Infos unter www.ratingen.de.

Quelle: RP
 
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