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Ratingen
Musikschule ist offen für Nachwuchs

Ratingen: Musikschule ist offen für Nachwuchs
Kein Instrument für Schüchterne: Justus und sein Vater versuchten sich am Wochenende am Schlagzeug. FOTO: achim blazy
Ratingen. Beim Tag der offenen Tür zeigten die Schülergruppen ihr Können. Parallel dazu wurden Instrumente ausprobiert. Von Valeska von Dolega

Fürs Musizieren werben und mit Wohlklang locken wollten die Mitarbeiter der städtischen Musikschule auf der Poststraße. Denn es gibt zwar Projekte wie "Jedem Kind ein Instrument", kurz JeKI, um den Kleinen die Musik näherzubringen. Andererseits bleibt durch Ganztagsschulen und Nachmittagsbetreuung weniger Zeit für außerschulische Aktivitäten zur Verfügung. Um also die musische Entwicklung junger Menschen zu fördern, veranstaltete die Einrichtung an der Poststraße ihren alljährlichen Tag der offenen Tür.

"Dazu sind unsere Türen tatsächlich weit geöffnet", erklärte Schulleiter Paul Sevenich. "Das verändert die Atmosphäre", schließlich gebe es während der Aufführungen der einzelnen Ensembles und Instrumentengruppen ein "ständiges Kommen und Gehen. Das nehmen wir billigend in Kauf". Schließlich lautete das diesjährige Motto "Hör zu. Mach mit". Wortwörtlich in die Tat umgesetzt hieß das, aus dem Trimborn-Saal in eines der Klassenzimmer zu stürmen.

"Ich will jetzt aber E-Gitarre spielen, nicht Trompete", konfrontierte Konstantin seine Mutter mit neuen Erprobungswünschen. Wohingegen Gabriele Schüler, Mutter des siebenjährigen Benjamin, ihren Sohn alleine losziehen ließ. "Probier aus, was Dir gefällt. Ich trinke derweil Kaffee." Letztlich würde er sich schließlich für ein Instrument entscheiden, "da will ich mich erst gar nicht einmischen". Wie viel Spaß die Kinder hatten, zeigte sich eigentlich in jedem Übungsraum. Ob nun allererste Erfolgserlebnisse, weil der Trompete ein voll klingender Ton entlockt werden konnte, oder olympiareife Einsätze am Schlagzeug - alles war in den Ohren ihrer Erzeuger Musik. Im 19. Jahrhundert waren Klavier und Geige die Instrumente des Bürgertums, der Siegeszug der Gitarre begann mit den Jugendbewegungen Anfang des 20. Jahrhunderts. Wer sich zu Kursen für Blasinstrumente anmelden möchte, kann das ohne große Wartezeiten machen. Das gilt auch für Cello oder Kontrabass.

"Es gibt keine Lieblingsinstrumente", sagt Paul Sevenich, "aber Schlagzeug, E-Gitarre und Keyboard kennt eben jeder aus einer Band." Deshalb seien diese Instrumente quasi ein niederschwelliges Angebot. Sage man dem gleichen Schüler, der sich am Keyboard behauptet, er solle sich mal am Klavier versuchen, gebe es Hemmungen. "Dabei unterscheiden sich beide Instrumente nicht so stark voneinander." Auch eine der Aufgaben eines solchen Schnuppertages, über (noch) Unbekanntes zu informieren. Letztlich aber müssen "Spieler und Instrument zueinander passen". Wie viele Neuzugänge es nach dem freudig genutzten Schnuppertag tatsächlich gegeben hat, wird sich im Verlauf der nächsten Aufführungen zeigen.

Quelle: RP
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