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Hösel
Nach Brand: Familie hat neuen Wohnsitz

Hösel: Nach Brand: Familie hat neuen Wohnsitz
In der Garage brach das Feuer in einem Haus am Roland in Hösel aus. Das Gebäude ist jetzt unbewohnbar. FOTO: Janicki Dietrich
Hösel. Am Neujahrstag konnten Schultens nach Lintorf umziehen. Ihr Haus in Hösel war Heiligabend abgebrannt. Von Joachim Preuss

Nach dem verheerenden Brand am frühen Heiligabend in einem Einfamilienhäuschen an der Straße Am Roland (RP berichtete), ist eine Welle der Hilfsbereitschaft über die fünfköpfige Familie hereingebrochen. Erhard Raßloff, stellvertretender Vorsitzendes Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Ratingen, hatte Soforthilfe geleistet. Gestern überwies er das erste Geld vom Spendenkonto: "Es kommt hundertprozentig der Familie zugute." Von der Hilfsbereitschaft sei er "überwältigt" gewesen. Man leiste "Erste Hilfe im sozialen Bereich".

Gute Nachrichten also für Ellen und Peter Schulten. Sie waren mit ihren drei kleinen Kindern (zwei, vier und sechs Jahre alt) zunächst bei Nachbarn untergekommen - und mussten die vielen Angebote über Sachspenden zumeist ablehnen, weil schlicht der Platz fehlte. "Das war der Hammer", sagte sie über die vielen Angebote. Die Nachricht vom Unglück hatte sich schnell herumgesprochen, auch dank der sozialen Medien. Dazu kommt: Ellen Schulten betreibt gemeinsam mit Doreen Thein das Stoff- und Wollgeschäft "Dori & Ellen" (ehemals "Crisin" ) an der Duisburger Straße 28. Auch dort habe es Angebote und viel Zuspruch geben, sagte Schulten. Sie staunt immer noch, wie ihr Schicksal die Menschen berührt hat.

Bei Facebook machte die Nachricht schnell die Runde. Es wurden auch kritische Fragen gestellt und es wurde wie üblich herumgeätzt. Nein, es ist nicht die typische Villa in Hösel, sondern das Elternhaus von Peter Schulten, Baujahr 1953. Ja, die Schultens sind versichert. Doch bis die Versicherungen zahlen, kann es es dauern. "Und wie ein Konto einer fünfköpfigen Familie an Weihnachten aussieht, kann sich bestimmt jeder denken", so Schulten.

Gestern musste Ellen Schulten noch schnell in einen Strumpfladen: "Ich hab' keine Socken mehr." Dann saß sie an den Listen für die Versicherung mit dem zerstörten Hausrat. Penibel, Teil für Teil müsse sie alles eintragen. Mit Preisrecherche im Internet. Viele Unterlagen sind nicht mehr da. Das werde Zeile für Zeile von der Versicherung geprüft, weiß sie. Der Brandsachverständige der Polizei geht von einem technischen Defekt in einem Kühlschrank aus, der in einem Anbau stand. Die Schadenshöhe schätzte die Polizei auf etwa 80.000 Euro. Schulten vermutet, dass es nur um den Zeitwert des Inventars geht. Der Gebäudeschaden sei viel höher.

Gestern wollte sie Kontakt aufnehmen mit einer Düsseldorfer Architektin: Sie hatte gegenüber dem DRK ihre Hilfe angeboten bei Sanierung und/oder Wiederaufbau. "Da ist Hilfe, die wir jetzt gut gebrauchen können", freute sich Schulten. Auch Anwälte hätten sich mit Gratis-Angeboten gemeldet.

Am Neujahrsmorgen sind Ellen und Peter Schulten in ihre neue Bleibe, eine Wohnung in Lintorf umgezogen. Dort wollen sie erstmal wohnen bleiben - auch der Kinder wegen, die Kiga und Schule besuchen und dort bleiben sollen. In Lintorf werde sie nun ihren zweiten Wohnsitz anmelden: "Am ersten Wohnsitz in Hösel gibt es ja nichts zum Sitzen."

Heimrauchmelder haben der Familie vermutlich das Leben gerettet. Bei Eintreffen der Feuerwehr brannte ein Anbau lichterloh, die Flammen hatten sich bereits auf das Dach ausgebreitet. Glücklicherweise waren die Schultens dank eines Rauchmelders gewarnt worden und konnten das Gebäude unverletzt verlassen. Während der Löscharbeiten kam es sogar zu einer gefährlichen Rauchgasdurchzündung im Dach. Das sind Szenen, die zu den Höhepunkten von Aktion-Filmen zählen.

Das Haus ist nicht mehr bewohnbar. "Das Dach und das erste Obergeschoss müssen neu gemacht werden", sagte Schulten.

Quelle: RP
 
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