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Lintorf
Nachfolger für das letzte Kurzwarengeschäft gesucht

Lintorf. Zum 21. Oktober wird das Geschäft von Christa Stelzner in Lintorf wohl für immer seine Türen schließen. Von Monika von Kürten

Wer in Ratingen Kleidung und Accessoires selber nähen oder auch nur verändern möchte, hat es nicht leicht, Stoffe, Wolle, Reißverschlüsse, Knöpfe und Co. zu finden. Kurzwarenläden in der Region sind nämlich rar. Nach und nach sind sie aus dem Stadtbild verschwunden, obwohl der Bedarf an Stoffen und Nähzubehör weiterhin besteht. Bisher gab es noch eines der selten gewordenen Fachgeschäfte im nördlichsten Stadtteil der Dumeklemmerstadt. 14 Jahre schon hat Christa Stelzner in ihrem Lintorfer Stoff- und Nähstudio auf der Duisburger Straße nahezu alles angeboten, was man zum Nähen, Stricken und Häkeln braucht, viele wertvolle Tipps und Tricks zur richtigen Materialwahl und Menge sowie zur Verarbeitung gab es stets dazu. Zusätzlich wurde hier und da eine Hose oder ein Rock gekürzt, enger oder weiter gemacht, eine Naht ausgebessert sowie ein passendes Set aus Schal und Mütze gestrickt. Doch damit ist bald Schluss. Schweren Herzens muss Stelzner ihr Studio aus gesundheitlichen Gründen zum 21. Oktober schließen. Traurig zeigte sie auf die Regale, in denen noch viele bunte Wollknäule liegen, auf die Tische, auf denen farbenfrohe Stoffe darauf warten, zu Hemden, Blusen, Kissen oder Decken verarbeitet zu werden und auf die zahlreichen Accessoires, die noch an den Wänden hängen. Keine zwei Monate mehr haben ihre Kunden noch Zeit, Waren zu kaufen, die das Handarbeitsherz höher schlagen lässt. "Und dabei habe ich eine so tolle und treue Kundschaft. Es tut mir in der Seele weh, diesen Schritt zu machen. Aber ich hoffe, dass jeder versteht, dass die Gesundheit vorgeht", sagte die Geschäftsfrau. Doch nicht nur Christa Stelzner ist traurig. Auch ihre Kunden bedauern die Schließung des einzigartigen Geschäftes.

"Wo soll ich denn jetzt mein Zubehör kaufen? Muss ich jetzt für jeden Knopf oder Reißverschluss nach Düsseldorf oder Mülheim?", fragen sie sich. Seit Stelzner sich zu der Schließung ihres Stoff- und Nähstudios entschlossen hatte, hat sie sich bemüht, einen Nachfolger für ihr Geschäft zu finden, jemanden, der weiterhin für ihre Kunden da ist. Ihre Vertreter und Lieferanten unterstützten sie dabei. Doch leider blieben alle Versuche bis zum heutigen Tag erfolglos. "Ich verstehe das nicht. Die Nachfrage ist doch da, das Nähen ist wieder im Kommen. Nicht umsonst gibt es 'Crisin' schon so lange", sagte sie. Aber Stelzner gibt die Hoffnung nicht so schnell auf. "Vielleicht meldet sich ja doch noch jemand. Gut wäre es, wenn der Nachfolger auch das Schneiderhandwerk beherrschen würde. Denn so könnten Zeiten mit Änderungsschneidereien überbrückt werden, falls im Laden einmal nicht so viel los ist. Wenn sich jemand findet, werde ich ihm gerne behilflich sein, die Kunden kennenzulernen und bei den Kontaktaufnahmen behilflich zu sein", so Stelzner.

Quelle: RP
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